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Gruppe C: Slowenien im Porträt Höhentraining für das Wunder

Sie sind das kleinste Teilnehmer-Land bei der WM, sie sind zum ersten Mal überhaupt qualifiziert - aber sie glauben an das Wunder, zumindest die K.o.-Spiele zu erreichen: Slowenien. Drei ihrer Stammspieler verdienen ihr Geld in der Bundesliga, auf dem Weg nach Südafrika schaltete die ausgewogene Mannschaft sogar Russland aus.

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Das slowenische Team, vor dem historischen 1:0-Sieg gegen Russland.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Nach dem Höhenflug in der WM-Qualifikation sind die "Kleinen Drachen" ("Zmajceki") aus Slowenien wieder auf den Boden der Tatsachen gelandet. "Wir haben sehr viel erreicht. Wichtig ist, dass wir uns jetzt nicht verrückt machen", sagte Trainer Matjaz Kek und warnte vor zu großen Erwartungen: "Wenn wir das Achtelfinale erreichen, wäre das ein Wunder."

Im Spielerlager herrscht verhaltener Optimismus. "Ich glaube, dass wir und die USA um Platz zwei spielen", sagt Stürmer Milivoje Novakovic vom Bundesligisten 1. FC Köln. Kapitän Robert Koren vom Premier-League-Aufsteiger West Bromwich Albion meint: "Das Programm spricht für uns. Es ist gut, dass wir erst im letzten Spiel auf England treffen."

Ex-Trainer bremst Euphorie

In ihrer ersten WM-Partie der Gruppe C geht es am 13. Juni in Polokwane gegen Afrika-Meister Algerien. Fünf Tage später treffen die Balkan-Kicker in Johannesburg auf die USA. Am 23. Juni steigt dann in Port Elizabeth das letzte Gruppenspiel gegen England. "Fakt ist, dass wir gegen drei starke Mannschaften antreten müssen", sagt Kek. Im vergangenen September verlor sein Team einen Test bei den Three Lions mit 1:2. "Da haben wir gezeigt, dass wir mithalten können", sagte Koren.

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Ex-Coach Branko Oblak unkt.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Ein WM-Held früherer Tage bremst die Euphorie. "Jeder sagt, dass es gut sei, erst gegen einen schlagbaren Gegner wie Algerien zu spielen. Aber die Afrikaner sind stark", sagt Branko Oblak. Vielleicht spricht auch etwas Neid aus den Worten früheren Mittelfeldspielers von Schalke 04 und Bayern München. Oblak, 1974 als Slowene mit Jugoslawien bei der WM in Deutschland, konnte in seiner Amtszeit als slowenischer Nationalcoach (2004 bis 2006) keine nennenswerten Erfolge vorweisen.

Das mit zwei Millionen Einwohnern kleinste Teilnehmer-Land will sich akribisch auf die große Herausforderung am Kap vorbereiten. Um für die Spiele in der Höhe von Polokwane (1319 m) und Johannesburg (1753 m) gerüstet zu sein, schlägt der Kader von Trainer Kek am 23. Mai ein Traininglager in Südtirol auf.

Mannschaft stellt sich selbst auf

Im Gegensatz zu vielen anderen Nationen sind die Slowenen bislang von großem Verletzungspech verschont geblieben. Die Mannschaft ist ausgewogen und stellt sich nahezu von allein auf. Neben Torwart Samir Handanovic von Udinese Calcio und dem Mittelfeldstrategen Koren gehören die Bundesliga-Spieler Zlatko Dedic vom VfL Bochum sowie Milivoje Novakovic und Miso Brecko vom 1. FC Köln zum Stamm der Mannschaft.

Dedic gebührt jetzt schon ein Ehrenplatz in der Historie des slowenischen Fußballs. Mit seinem Tor zum 1:0-Endstand im entscheidenden Spiel der Play-offs gegen Russland hat er sich im eigenen Land förmlich unsterblich gemacht.

Quelle: n-tv.de, Nikolaj Stobbe, sid