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Deutsche bei der Tour de France Gelb-Favorit, Top-Sprinter, Edelhelfer

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Tony Martin zählt beim Zeitfahren zum Tour-Auftakt zu den Top-Favoriten. Es winkt das Gelbe Trikot.

(Foto: imago/Mario Stiehl)

16 deutsche Radprofis starten beim "Heimspiel" in Düsseldorf mit unterschiedlichsten Zielen in die 104. Tour de France. Zwei Top-Sprinter kämpfen um Etappensiege, Tony Martin hofft auf den großen Wurf. Die meisten sind allerdings als loyale Helfer gefragt.

Tony Martin träumt vom Heimspiel im Gelben Trikot, André Greipel und Marcel Kittel streiten um Etappensiege, der junge Rick Zabel tritt auf der großen Bühne aus dem Schatten seines berühmten Vaters. Bei der am Samstag in Düsseldorf startenden 104. Tour de France (bis 23. Juli) wollen die deutschen Radprofis die Erfolgsgeschichte der vergangenen Jahre fortsetzen und einmal mehr eine tragende Rolle spielen. Top-Sprinter, Edelhelfer, Kletter-Asse - die Qualitäten der 16 deutschen Fahrer sind vielfältig. Für keinen von ihnen können sich die eigenen Stärken aber derart bezahlt machen wie für den viermaligen Zeitfahr-Weltmeister Martin. "Ich bin guter Dinge, habe eine gute Form. Das Gelbe Trikot ist auf jeden Fall in greifbarer Nähe", sagte Martin.

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Rick Zabel will beim Debüt Erfahrungen sammeln und "durchkommen".

(Foto: imago/Rene Schulz)

Der 32-Jährige vom Team Katjuscha-Alpecin zählt beim Auftakt auf dem 14 km langen Stadtkurs durch Düsseldorf zum Kreis der Top-Favoriten. Findet Martin vor Hunderttausenden deutscher Fans am Straßenrand im Kampf gegen die Uhr die richtige Balance, darf sich der gebürtige Cottbuser nach dem ersten Grand Départ in Deutschland seit 30 Jahren das begehrte Maillot jaune überstreifen. "Vielleicht haut mich die Atmosphäre in Düsseldorf so um, dass ich sage: Das ist der schönste Moment meiner Karriere", sagte Martin, der ein "Volksfest" am Rhein erwartet.

Der Sprint - die deutsche Domäne

Für André Greipel und Marcel Kittel soll die Stunde bei den Massensprints der Flachetappen schlagen. Das erfolgsverwöhnte Duo, das es zusammen auf 20 Tour-Tageserfolge bringt, könnte schon auf der zweiten Etappe von Düsseldorf nach Lüttich am Sonntag erstmals jubeln. "Ich bin bei der Tour natürlich wieder am Start, um um Etappensiege zu kämpfen", sagte Kittel, der im Vorjahr zumindest einmal erfolgreich war: "In diesem Jahr hatte ich bislang eine gute Saison und gehe entspannt in die Tour."

Anders als Quick-Step-Profi Kittel kann Greipel auf deutsche Unterstützung aus den eigenen Reihen setzen. Sein langjähriger Weggefährte und Kumpel Marcel Sieberg ist Greipels wichtigster Anfahrer in den hektischen Finals, beide verstehen sich blind. Mit Kittel eint sie das gemeinsame Ziel: mindestens ein Tageserfolg. "Dafür hat man ja 21 Etappen Zeit", sagte Greipel.

Auf den ersten Sieg bei der Großen Schleife wartet noch immer Klassiker-Spezialist John Degenkolb - und dabei könnte es auch bei seiner fünften Tour bleiben. Der 28-Jährige muss sich bei Trek-Segafredo in den Dienst von Team-Kapitän Alberto Contador stellen, zudem wirken die Konkurrenten in den Sprints bei ansteigendem Terrain derzeit stärker.

Buchmann mit Chancen auf "Weiß"

Einer von fünf Debütanten weckt allein wegen seines Namens das Interesse. Der 23-jährige Rick Zabel, Sohn der Sprint-Legende Erik Zabel, will bei seiner Tour-Premiere wichtige Erfahrungen sammeln. In den Sprints soll der Katjuscha-Fahrer den Norweger Alexander Kristoff unterstützen, eigene Ambitionen verfolgt Zabel nicht. "Das größte Ziel ist, in Paris anzukommen und die Tour durchzufahren. Ich freue mich und will es auf mich zukommen lassen", sagte Zabel.

Die größte deutsche Fraktion stellt neben Katjuscha das im oberbayerischen Raubling beheimatete Team Bora-hansgrohe (je drei Fahrer). Zum Aufgebot zählt neben dem frisch gekürten deutschen Meister Marcus Burghardt auch Kletter-Talent Emanuel Buchmann, der zu den Favoriten auf den Gewinn des Weißen Trikots des besten Jungprofis zählt.

In den Kampf um den Gesamtsieg greifen die Deutschen nur in der Helferrolle ein. Debütant Jasha Sütterlin unterstützt beim Team Movistar den Kolumbianer Nairo Quintana, Christian Knees soll Titelverteidiger Christopher Froome vor allem auf den hektischen Flachetappen eskortieren. Für einen erneuten Überraschungserfolg in den Bergen könnte Simon Geschke vom deutschen Team Sunweb sorgen, der 2015 in den Alpen siegte.

Quelle: ntv.de, Emanuel Reinke, sid

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