Sport

45.000 Zuschauer am Dienstag Große Sorge um den Austragungsort London

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Maskenpflicht, aber 60.000 Zuschauer erlaubt: Das ist London 2021.

(Foto: imago images/Shutterstock)

Die Sorgen vor der weiteren Eintragung der Delta-Variante in Deutschland werden vor dem anstehenden EM-Achtelfinale in Wembley nicht geringer. Die Finalspiele des Turniers im Juli bleiben höchst umstritten. In Dänemark wird bei drei Stadionbesuchern die Delta-Variante nachgewiesen.

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, betrachtet die Zuschauermassen bei den Spielen der Fußball-Europameisterschaft als großes Risiko für die Ausbreitung des Coronavirus. "Das halte ich aus epidemiologischer Sicht für nicht gut", sagte der Ulmer Virologe der "Schwäbischen Zeitung". Auch die Finalspiele der EM ausgerechnet in London seien vor allem wegen der gefährlichen Delta-Variante "keine gute Idee", sagte Mertens.

Er rät, den Reiseverkehr nach London zum Spiel stark zurückzufahren und zu kontrollieren. Das gelte insbesondere auch bei einer Rückkehr nach Deutschland. Das Vereinigte Königreich wird vom Robert-Koch-Institut momentan als Virus-Variantengebiet ausgewiesen. Bei der Wiedereinreise wird eine 14-Tägige Quarantäne angeordnet. Es gibt kein Freitesten und keine Sonderregelung für Genese und Geimpfte. Das Auswärtige Amt warnt "vor allen nicht notwendigen, touristischen Reisen" und Kanzleramtschef Helge Braun warnte bereits in der vergangenen Woche. Er sagte dem RND: "Meine große Sorge ist die sich ausbreitende Delta-Variante in Großbritannien - und London ist ein Austragungsort. Man sollte nicht in Virus-Variantengebiete reisen."

Einreise für Fans nahezu unmöglich

Ab dem EM-Halbfinale (6. und 7. Juli) sind im Wembley-Stadion 60.000 Zuschauer erlaubt. Bislang war die Zahl auf 40.000 begrenzt worden. In den Gruppenspielen waren nur rund 20.000 Fans zugelassen. Weil die Corona-Zahlen durch die Delta-Variante zuletzt in Großbritannien wieder stiegen, ist der Schritt umstritten.

Das DFB-Team spielt bereits am kommenden Dienstag im Achtelfinale in London gegen die englische Nationalmannschaft. Für das Spiel sind bereits 45.000 Zuschauer zugelassen. Die aktuellen Einreisebeschränkungen dort machen den Besuch des Spiels für deutsche Fans nahezu unmöglich: Wer das Spiel im Stadion sehen will und ein Ticket hat, muss sich bis heute im Vereinigten Königreich in Quarantäne begeben und könnte sich dann am Spieltag freitesten.

Turnierfavorit Italien tritt bereits am Samstag im Wembley-Stadion an und die Süd-Europäer werden bei ihrem Spiel gegen Österreich nicht auf die Unterstützung der eigenen Fans bauen können. Wie auch der Gegner aus der Alpenrepublik. Nach Angaben des italienischen Verbands können nur Fans Tickets kaufen, die ihren Wohnsitz auch in Großbritannien haben. Die Quarantäne-Pflicht gilt auch für die Österreich-Fans und so sagt Verbands-Sportdirektor Peter Schöttel: "Es ist natürlich ewig schade, wenn bei unserem ersten EM-Achtelfinale überhaupt niemand aus Österreich dabei sein kann."

Dass all die Sorge und all die Vorsichtsmaßnahmen nicht unbegründet sind und dass der STIKO-Vorsitzende Mertens aus gutem Grund warnt, zeigt ein Blick nach Dänemark. Dort ist bei drei Stadionzuschauern des EM-Spiels zwischen Dänemark und Belgien die Delta-Variante des Coronavirus nachgewiesen worden. Der dänische Gesundheitsminister Magnus Heunicke und die Behörde für Patientensicherheit forderten deshalb am Mittwochabend 4000 Zuschauer aus sechs bestimmten Stadionblöcken dazu auf, einen PCR-Test machen zu lassen. Die EM-Partie hatte am Donnerstag im Kopenhagener Stadion Parken stattgefunden, Belgien hatte die Begegnung mit 2:1 gewonnen.

Quelle: ntv.de, sue/dpa

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