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Mit 26 Cheftrainer in Berlin Hanning holt den Nagelsmann des Handballs

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Jaron Siewert ist gebürtiger Berliner und derzeit im "Essener Exil" tätig.

(Foto: imago images/wolf-sportfoto)

Der derzeitige Trainer des Handball-Bundesligisten Füchse Berlin ist 63 Jahre alt und ein Handball-Urgestein. Sein Nachfolger wird gerade einmal 26 Jahre jung sein - und dennoch eine lange Klubvergangenheit haben. Jaron Siewert wird bereits mit Fußballcoach Julian Nagelsmann verglichen.

Die Parallelen sind verblüffend, doch eines hat Jaron Siewert dem Fußball-Starcoach Julian Nagelsmann schon jetzt voraus: Wenn der jüngste Profihandball-Trainer Deutschlands seine Arbeit als Cheftrainer bei den Füchsen Berlin aufnimmt, wird er 26 sein - und damit zwei Jahre jünger als Nagelsmann seinerzeit 2016 in Hoffenheim.

Siewert, der aktuell noch den Zweitliga-Tabellenführer TuSEM Essen coacht, wird bei dem ambitionierten Hauptstadt-Klub ab Sommer 2020 das Traineramt übernehmen und Bundesliga-Urgestein Velimir Petkovic zur kommenden Saison ablösen. "Mit Jaron Siewert bekommen wir einen jungen, hoch motivierten, innovativen Trainer", sagte Berlins designierter Sportvorstand Stefan Kretzschmar und sprach von "Persönlichkeit" und einer trotz seiner Jugend "beeindruckenden Reife".

Zusammen mit Siewert will der Ex-Nationalspieler die zuletzt in ihrer sportlichen Entwicklung stagnierenden Füchse an die nationale Spitze führen. Der 63-jährige Petkovic, dessen Vertrag nach der Saison ausläuft, wird die Berliner im Sommer nach dann dreieinhalb Jahren verlassen. Siewert kann wie Nagelsmann damals in Hoffenheim auf eine lange Vergangenheit bei seinem künftigen Klub zurückblicken, für den er als Spieler in der Champions League auflief und später vor allem als erfolgreicher Jugendtrainer fungierte. "Damit geht für mich als gebürtiger Berliner ein Kindheitstraum in Erfüllung. Ich darf nun für den Verein, bei dem ich groß geworden bin, nach Hause zurückkehren", sagte Siewert. Seine aktive Karriere beendet er frühzeitig, um sich auf seine Trainerlaufbahn zu konzentrieren.

Hanning plante Siewerts Karriere

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Hanning und Kretzschmar setzten sich für eine Rückkehr des Berliners ein.

(Foto: imago images / Contrast)

Seit 2017 arbeitet Siewert im Essener Exil, wo er mit dem Traditionsklub momentan auf Aufstiegskurs liegt. Dass er nach Berlin zurückkommen wird, war nur eine Frage der Zeit. "Mit Jaron Siewert schließt sich jetzt der Kreis. Er hat nun auch beim TuSEM bewiesen, dass er junge Spieler besser machen und aus einem abstiegsbedrohten Zweitligisten, trotz geringerem Budget, einen Aufstiegskandidaten formen kann", sagte Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning bei einer Pressekonferenz.

Hanning war es, der die Karriere Siewerts quasi am Reißbrett plante. Schon früh erkannte der umtriebige Manager bei seinem Schützling die ausgeprägte Veranlagung des Lehrens. Das Potenzial des Trainers schien Hanning bei Siewert schnell höher als das des Spielers, sodass er ihn zum Nachwuchscoach der Füchse und beim DHB machte. Im Gespräch mit der "WAZ" bezeichnete es Hanning schon 2018, ein Jahr nach Siewerts Wechsel in die 2. Liga, als "eine Frage der Zeit, bis Jaron die Füchse Berlin trainieren wird".

Im Sommer ist es so weit. Spätestens. Denn man erinnert sich: Bei Nagelsmann, dessen Beförderung vor vier Jahren Ende Oktober publik geworden war, änderten sich die Pläne plötzlich. Statt im Sommer feierte er sein Debüt bereits im Februar. Ausgeschlossen ist das auch bei Siewert nicht.

Quelle: ntv.de, Christoph Stukenbrock und Peer Lasse Korff, sid