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Kritik am Einspruch "anmaßend" Heldt unterstützt Gladbach

Manager Horst Heldt vom Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart hat drei Tage nach dem Derby gegen 1899 Hoffenheim (3:3) in der vermeintlichen Doping-Affäre Partei für Borussia Mönchengladbach ergriffen. "Ich finde es anmaßend und nicht richtig, Gladbach zu verurteilen, dass sie Protest eingelegt haben. Es ist ein Präzedenzfall, und da hat Gladbach die Verpflichtung aus juristischen Gründen, so zu handeln", sagte Heldt am Dienstag.

Der Aufsteiger hatte Protest gegen das 1:1 am 7. Februar gegen Hoffenheim eingelegt. Zuvor war bekannt geworden, dass die beiden TSG-Profis Andreas Ibertsberger und Christoph Janker nach dem Spiel verspätet zur Dopingkontrolle gekommen waren und damit gegen die Richtlinien verstoßen hatten.

VfB plant keinen Protest

Danach hatte es innerhalb der Liga harsche Kritik an Richtung Gladbach gegeben, unter anderem von Bayer Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler, der den Protest als "absoluten Witz" bezeichnet hatte. Amtskollege Dietmar Beiersdorfer vom Hamburger SV sagte: "Das hat mit Solidarität nichts zu tun. Da sollte man eine sportliche Lösung finden."

Stuttgart wird nach dem Unentschieden im Baden-Württemberg-Derby allerdings nicht dem Gladbacher Beispiel folgen. "Wir haben das diskutiert, machen es aber nicht", sagte Heldt. Beim 3:3 (2:2) am Samstag war Ibertsberger zum Einsatz gekommen.

Keine Verzögerungen in Stuttgart

Stuttgarts Mannschaftsarzt Heiko Striegel erklärte derweil, es gebe beim VfB Stuttgart keine Verzögerungen bei Doping-Kontrollen nach den Spielen. Sobald die für den Test ausgelosten Spieler den Innenraum des Stadions verließen, "nehmen wir sie in Empfang und begleiten sie direkt zur Dopingkontrolle", erklärte Striegel den Ablauf bei Bundesliga- und UEFA-Pokal-Partien in den "Stuttgarter Nachrichten". Das geschehe ohne Verzögerung.

Der 38-Jährige konnte damit die Aussage von Hoffenheim-Coach Ralf Rangnick für den VfB nicht bestätigen. Rangnick hatte mit Bezug auf die Ermittlungen gegen seine Fußballprofis Andreas Ibertsberger und Christoph Janker erklärt, es sei auch bei anderen Vereinen üblich, dass sich die Spieler erst noch in der Kabine umziehen könnten, statt wie vorgeschrieben direkt nach dem Abpfiff zur Dopingkontrolle zu gehen.

"Sollte ein Spieler sich umziehen wollen, dann bringen wir ihm frische Sachen in den Kontrollraum, wo unter Aufsicht die Probe abgegeben wird", sagte dagegen VfB-Arzt Striegel. "Oder was auch schon vorgekommen ist: Ein zweiter Kontrolleur - sofern anwesend - begleitet den Spieler kurz in die Kabine." Zwar sei das früher möglicherweise nicht so rigoros gehandhabt worden. "Aber seit Sommer sind die Kontrolleure absolut konsequent." Ausnahmen gebe es keine. "Es gibt klare Regeln - und die müssen wir alle einhalten", sagte Striegel.

Kaum Bestätigung für Rangnick

Auch andere Vereinsvertreter aus der Fußball-Bundesliga wiesen die Aussagen von Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick zur Praxis bei Dopingkontrollen zurück. "Uns sind die Regeln bekannt und wir achten penibel darauf, dass sie eingehalten werden", sagte Peter Peters, Geschäftsführer des FC Schalke 04. "Verzögerungszeiten bei Dopingkontrollen sind bei uns nicht üblich", so Werder Bremens Sportdirektor Klaus Allofs.

"Der Kampf gegen Doping ist wichtig. Die Bestimmungen sind nun einmal dafür da, um eingehalten zu werden", erklärte Sport-Vorstand Thomas Ernst vom VfL Bochum. "Wir kennen das Regelwerk. Unmittelbar nach Spielende werden die Spieler zur Dopingkontrolle geleitet", sagte Sprecher Jörn Wolf vom Tabellenführer Hamburger SV. Bielefelds Trainer Michael Frontzeck macht deutlich: "Bei uns ist das in der Art noch nicht vorgekommen und die Spieler gehen direkt zur Dopingprobe."

"Hätte jedem passieren können"

Die "Süddeutsche Zeitung" dagegen zitierte einen namentlich nicht genannten Bundesliga-Trainer mit den Worten: "Es hätte jedem von uns passieren können, nun hat es Hoffenheim erwischt."

Quelle: ntv.de