Sport

Erstes fehlerfreies Schießen Herrmann distanziert die Biathlon-Elite

d616186caeb073cbdb717101d9db1ec7.jpg

Denise Herrmann läuft zu ihrem fünften Weltcupsieg. Zum ersten Mal gelingen ihr beim Schießen 20 Treffer.

(Foto: imago images/Eibner Europa)

Denise Herrmann beschert den deutschen Biathletinnen eine sehr gelungene Generalprobe für die anstehende Weltmeisterschaft. Im Einzel von Pokljuka ist sie wie immer eine der Schnellsten in der Loipe. Zusätzlich gelingt ihr am Schießstand eine Weltcup-Premiere.

20 Treffer ins große Glück! Mit der besten Schießleistung ihrer Karriere ist Biathletin Denise Herrmann zum fünften Weltcup-Sieg gestürmt. Im schwierigen Einzel von Pokljuka erlaubte sich die Verfolgungsweltmeisterin keinen einzigen Fehlschuss, war über 15 Kilometer wie so oft pfeilschnell - und ließ sich nach dem famosen Auftritt gebührend feiern. "Es ist ganz verrückt", sagte Herrmann in der ARD mit einem Lächeln: "20 Schuss, 20 Treffer. Ich habe mit meiner Mama schon philosophiert, ob das überhaupt möglich ist."

Es ist möglich. Herrmann war bei einem Rennen mit vier Schießeinlagen zuvor noch nie ohne Fahrkarte geblieben. Auch deshalb waren zwei 18. Ränge zuvor ihre besten Resultate im Klassiker gewesen, in dem jeder Fehler am Schießstand direkt mit einer Strafminute geahndet wird. Bei ihrem fünften Weltcuperfolg verwies sie mit 59,2 Sekunden Vorsprung Olympiasiegerin und Weltmeisterin Hanna Öberg (1 Fehler) aus Schweden auf Rang zwei. Dritte wurde die fehlerfrei gebliebene Französin Anais Bescond (+ 1:15,7 Minuten).

Herrmann untermauerte damit ihre Ausnahmestellung im deutschen Team. Schon zuvor hatte sie mit ihrem zweiten Rang im Sprint in Oberhof die einzige Podestplatzierung in diesem Winter verbucht, von insgesamt nun 13 Top-Ten-Platzierungen der deutschen Skijägerinnen gelangen allein der ehemaligen Langläuferin acht. Damit zählt Herrmann auch für die WM in Antholz (13. bis 23. Februar) zu den heißen Medaillenanwärterinnen. Auch sie selbst hegt Medaillenträume. "Die vielen Nullserien geben im Hinblick auf die WM schon mehr Selbstvertrauen", sagte Herrmann.

Zwei-Klassen-Gesellschaft im DSV

Auch Franziska Preuß glänzte in Pokljuka mit einer fehlerfreien Schießleistung, war allerdings nicht ganz so schnell wie ihre Teamkollegin unterwegs. Die 25-Jährige zeigte mit dem fünften Rang aber weiter ansteigende Form. Einziger Wermutstropfen an diesem Tag: Weniger als drei Wochen vor den Titelkämpfen zeichnet sich mehr und mehr eine "Zwei-Klassen-Gesellschaft" mit Herrmann an der Spitze ab. Denn nur Herrmann, Preuß und Vanessa Hinz haben die WM-Norm erfüllt - das würde derzeit nicht einmal für eine Staffel genügen. Ein mittelschweres Fiasko im Jahr eins nach dem Rücktritt der herausragenden Laura Dahlmeier.

Damit steht auch fest, dass die Verantwortlichen des Deutschen Skiverbandes (DSV) um Bundestrainer Mark Kirchner notgedrungen weitere Athletinnen ohne die erfüllten Forderungen nominieren müssen, vermutlich werden es zwei oder gar drei sein. Zum einen, um überhaupt ein Staffelquartett aufbieten zu können. Und zum anderen, um die fünf Startplätze auszuschöpfen, die dem DSV im Sprint aufgrund Herrmanns Titel zur Verfügung stehen.

Am Samstag müssen die Skijäger in der Single-Mixed-Staffel und der Mixed-Staffel (ab 13.15 Uhr/ARD und Eurosport) beweisen, dass sie mit vereinten Kräften erfolgreich sein können. Die letzten Rennen vor der WM werden am Sonntag (ab 12.15 Uhr) die Massenstarts sein - bei den Männern hofft dort Erik Lesser, als letzter Deutscher noch die WM-Norm zu erfüllen.

Quelle: ntv.de, Nicolas Reimer, sid