Sport

Absage steht im Raum IOC-Mann Coates zweifelt an Olympia 2021

imago0046601283h.jpg

John Coates (links) zerbricht sich den Kopf darüber, wie man die Olympischen Spiele 2021 in Tokio austragen könnte.

(Foto: imago images/Xinhua)

Die Skepsis steigt: Ist auch nach der Verschiebung in den Spätsommer 2021 eine Austragung der Olympischen Spiele in Tokio nicht möglich? Laut John Coates vom Internationalen Olympischen Komitees könnte nicht mal ein Impfstoff die Spiele retten. Auch IOC-Präsident Thomas Bach hält eine Absage für realistisch.

John Coates, Leiter der Koordinationskommission des Internationalen Olympischen Komitees, hat Zweifel an einer Austragung der Sommerspiele 2021 in Tokio. Die wegen der Coronakrise um ein Jahr verschobenen Spiele sähen sich "echten Problemen" ausgesetzt, so Coates in einer vom australischen Medienkonzern News Corp organisierten Presserunde.

Laut Coates könne auch die Herstellung eines Impfstoffes Olympia eventuell nicht retten. "Wir können nicht noch einmal verschieben, und wir müssen davon ausgehen, dass es keinen Impfstoff oder nicht genug davon geben wird, um ihn auf der ganzen Welt zu verteilen", sagte Coates. IOC-Präsident Thomas Bach unterstützt derweil die Haltung der lokalen Organisatoren, die Spiele von Tokio gänzlich abzusagen, falls der Termin im kommenden Jahr (24. Juli bis 9. August) nicht zu halten sei.

"Stellen wir das Olympische Dorf unter Quarantäne?"

Bereits Ende April hatte Tokios OK-Chef Yoshiro Mori nach einem Gespräch mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe erklärt, dass eine Austragung im Sommer 2021 die einzige Option und eine weitere Verschiebung nicht möglich sei, sofern das Coronavirus weiter eine Gefahr darstelle. Coates will indessen, falls das Virus bis Oktober unter Kontrolle gebracht ist, "verschiedene Szenarien, in denen der Sport stattfinden kann", vorbereiten.

Die Problematik ist vielfältig. "Stellen wir das Olympische Dorf unter Quarantäne? Müssen alle Athleten in Quarantäne? Beschränken wir die Zuschauerzahl? Trennen wir die Sportler von der Mixed Zone, wo sich die Medien aufhalten?", fragte Coates. Gegen Olympische Geisterspiele komplett ohne Zuschauer hatte sich Bach zuvor im Interview mit der BBC ausgesprochen. "Der Olympische Geist beruht auch darauf, die Fans zu vereinen", hatte der IOC-Präsident gesagt.

Der Einfluss der Coronakrise geht so weit, dass selbst der Austragungsort der Olympischen Spiele 2024, Paris, jüngst ein Umdenken angekündigt hatte: Die ursprünglich als "großzügig" geplanten Spiele 2024 müssten sich an die neue Realität des durch Corona stark gebeutelten Landes anpassen. Zusätzlich könnte auch die Verschiebung von Tokios Spielen ins Jahr 2021 einen negativen wirtschaftlichen Effekt für Paris haben - so sie denn stattfinden.

Quelle: ntv.de, dbe/sid