Sport

"Wir sind keine Weltregierung" IOC-Vize Coates in Uiguren-Frage entschlossen

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Die Proteste werden lauter, aber das IOC vertritt eine andere Meinung.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Olympischen Winterspiele 2022 werden in Peking ausgetragen. Es mehren sich Boykott-Aufrufe aufgrund der bedenklichen Menschenrechtslage in China. Es geht um die Uiguren-Frage. In der positioniert sich jetzt das IOC. Das will die "Souveränität" Chinas respektieren und keinen Druck ausüben.

Vizepräsident John Coates hat ausgeschlossen, dass das Internationale Olympische Komitee (IOC) wegen der Menschenrechtslage in China Druck auf den Gastgeber der anstehenden Winterspiele ausübt. "Wir sind keine Weltregierung. Wir müssen die Souveränität der Länder respektieren, die die Spiele ausrichten", sagte Coates bei einer Veranstaltung in seiner Heimat Australien.

Das IOC sei "nicht in der Lage, in ein Land zu gehen und ihm zu sagen, was es zu tun hat. Das ist nicht unsere Aufgabe", führte der 71-Jährige aus. Aufgabe des IOC sei es jedoch, "dafür zu sorgen, dass die nationalen olympischen Komitees oder die olympische Bewegung keine Menschenrechtsverletzungen bei der Durchführung der Spiele begehen".

Menschenrechtsorganisationen gehen davon aus, dass mindestens eine Million Uiguren und Angehörige anderer, meist muslimischer Minderheiten in der nordwestlichen Region Xinjiang inhaftiert sind. Peking wird weiterhin beschuldigt, die Menschenrechte in Hongkong zu beschneiden.

USA gegen China

Die Olympischen Winterspiele in Peking werden am 4. Februar eröffnet. Zuletzt mehrten sich Aufrufe, diese zu boykottieren oder zumindest einen Weg zu finden, um gegen die Menschenrechtslage in China zu protestieren.

Der Kongress der Vereinigten Staaten hat auf fünf IOC-Großsponsoren - darunter Visa und Airbnb - Druck gemacht und diese beschuldigt, den angeblichen Völkermord an muslimischen Minderheiten in Xinjiang indirekt zu unterstützen. Peking hat daraufhin US-Politiker bezichtigt, den Sport zu "politisieren" und China zu verleumden.

Bei den anstehenden Spielen, den zweiten in China nach Peking 2008, sind ausländische Zuschauer aufgrund von Coronavirus-Beschränkungen nicht zugelassen.

Quelle: ntv.de, sue/sid

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