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Olympia-K.o., Doping, Revolution IOC beendet Session spektakulär

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Unter der Ägide von Präsident Thomas Bach erlebte das IOC einen spannenden Tag seiner 134. Session.

(Foto: imago images / Xinhua)

Die Vergabe der Olympischen Spiele 2026 an Mailand ist das wichtigste Ergebnis der 134. IOC-Session, doch am letzten Tag der Zusammenkunft der Sportpolitiker und -lobbyisten sorgen noch einmal andere Themen für Aufregung. Natürlich geht es auch um Doping und andere Unregelmäßigkeiten.

Endgültiger K. o. für den Boxverband Aiba und weitere Eingriffe ins Bewerbungsverfahren um Olympische Spiele: Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat zum Abschluss seiner 134. Session in Lausanne die Weichen für die Zukunft gestellt. Im Jahr 2021 trifft sich die IOC-Vollversammlung in Athen. Dort wird auch entschieden, ob der deutsche IOC-Präsident Thomas Bach für vier weitere Jahre im Amt bleibt.

Die Aiba kassierte im Swiss Tech Center von Lausanne den entscheidenden Niederschlag. Die Vollversammlung des IOC folgte der Empfehlung der IOC-Exekutive, den Boxverband nach jahrzehntelanger Zusammenarbeit für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio zu suspendieren. Boxen bleibt jedoch im olympischen Programm. "Überraschend kommt das nicht. Wir müssen jetzt aus der Not eine Tugend machen", sagte Präsident Jürgen Kyas vom Deutschen Boxsport-Verband (DBV) dem Sport-Informationsdienst. Kyas ist auch Mitglied in der Exekutive der Aiba.

Zu viele Ungereimtheiten

Eine Task Force unter dem Vorsitz des japanischen IOC-Mitglieds Morinari Watanabe, Präsident des Turnweltverbands, wird sowohl die Qualifikationsturniere als auch das olympische Boxturnier organisieren. Es wird acht Männer- und fünf Frauengewichtsklassen geben. Nach Tokio 2020 soll geprüft werden, ob die Aiba den alten Status zurückerhält.
Eine Kommission unter der Leitung des Serben Nenad Lalovic, Präsident des Ringerweltverbands, war zu dem Ergebnis gekommen, dass es bei der Aiba zu viele Ungereimtheiten auf den Gebieten Good Governance, Finanzen und Ethik gibt.

Zudem haben skandalöse Entscheidungen der Ringrichter bei den letzten beiden Olympischen Sommerspielen 2012 in London und 2016 in Rio das Ansehen der Aiba stark beschädigt. Schon am Donnerstag kommt es in Lausanne, das auch der Sitz der Aiba ist, zur Krisensitzung der Aiba-Exekutive. "Daran nehmen auch Mitglieder des IOC teil. Danach wissen wir mehr", sagte Kyas.

"Evolution der Revolution"

Die IOC-Mitglieder stimmten auch für weitere Änderungen im Bewerbungsprozess für Olympische Spiele. Das IOC reagierte damit auf die schwindende Zahl von Kandidaten für Sommer- und Winterspiele. Präsident Thomas Bach nennt es die "Evolution der Revolution", die er mit seiner Agenda 2020 angestoßen hatte. Ab sofort können die Spiele in einem flexibleren Zeitraum vergeben werden, bisher musste die Vergabe sieben Jahre im Voraus erfolgen. Zudem wird in der Charta festgeschrieben, dass in Städten, Regionen oder sogar länderübergreifend Olympische Spiele ausgetragen werden können.

Eine Doppelvergabe wie zuletzt an Paris/Los Angeles (2024/2028) ist künftig auch offiziell möglich. Anstelle der bislang üblichen Evaluierungskommission treten zwei Kommissionen, die sich um die Sommer- und Winterspiele kümmern. Die Kommissionen sollen schon im Vorfeld der Bewerbungen überprüfen, ob die Kandidaten die staatlichen Garantien liefern können und über ausreichend öffentliche Unterstützung verfügen.

Viele neue Dopingfälle

Auf der Session wurde auch bekannt, dass der Sport sich auf viele neue Dopingfälle im Zuge des Skandals um Russland einstellen muss. Präsident Craig Reedie von der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada erklärte, dass nach der Auswertung von Daten aus dem Moskauer Kontrolllabor mit rund 100 Fällen von "ernsthaftem Dopingvergehen" zu rechnen sei. In dem Datensatz enthalten sind alle Doping-Testdaten zwischen Januar 2012 und August 2015. In diesem Zeitraum sollen im Moskauer Labor systematisch positive Tests vertuscht worden sein.

Quelle: n-tv.de, Cai-Simon Preuten, sid

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