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"Wir sind am Boden zerstört"In deutscher EM-Parallelgruppe geht es drunter und drüber

27.01.2026, 20:54 Uhr
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Island trifft 38 Mal und gewinnt trotzdem nicht. (Foto: picture alliance / Gonzales Photo/Tobias Jorgensen)

Geheimfavorit Island fährt bei der Handball-EM Achterbahn: Nach einem beeindruckenden Sieg gegen Gastgeber Schweden patzt das hochkarätige Ensemble gegen Außenseiter Schweiz. Ex-Bundestrainer Sigurdsson hat mit Kroatien das Schicksal in der eigenen Hand.

Es bleibt wild in der Hauptrundengruppe 2 der Handball-Europameisterschaft: Durch ein 38:38 (19:19) gegen die Schweiz fallen die mit zahlreichen Weltklassespielern gespickten Isländer im wahnsinnig engen Rennen um den Einzug ins Halbfinale wieder zurück. Die Schweizer unter Nationaltrainer Andy Schmid feiern durch das Torfestival ihren überhaupt erst zweiten Punkt bei einer EM-Hauptrunde. Am Abend macht Schweden mit einem wilden 32:32 (14:16) gegen Außenseiter Ungarn das dramatische Gruppenfinale komplett.

Für die Isländer ist das Remis nach ihrem beeindruckenden 35:27-Kantersieg gegen Mitfavorit und Co-Gastgeber Schweden vor zwei Tagen ein herber Rückschlag. Weil im Anschluss Kroatien im Spitzenduell Slowenien besiegte (29:25), verlor Island die Tabellenspitze.

Entsprechend bedient war auch ihr Nationaltrainer: "Ich bin einfach enttäuscht. Wir hätten den Sieg gebraucht, aber heute hat es nicht geklappt", sagte Snorri Steinn Guðjónsson. Wir haben nicht gut genug gespielt, um zu gewinnen. Die Verteidigung hat nicht wie gewohnt und nicht wie geplant funktioniert. Wir haben 38 Gegentore kassiert, das ist zu viel."

"Am Boden zerstört"

Anstatt den Schwung aus dem überraschend deutlichen Sieg über Schweden mitzunehmen, konnten die Isländer um die Magdeburger Champions-League-Sieger Gisli Kristjansson und Omar Ingi Magnusson den nicht zur Weltklasse zählenden Schweizern vor allem in der Defensive beeindruckend wenig entgegensetzen.

Zwar fand Island im Laufe des Spiels immer bessere Lösungen, wurde aber immer wieder von den Schweizern mit ihren eigenen Waffen - einem rasanten Tempospiel in erster und zweiter Welle - geschlagen. So rannte Island bis tief in die zweite Hälfte einem Rückstand von zwei oder sogar drei Toren hinterher. Das 38:38 war der erste Ausgleich seit dem 22:22 in der 34. Minute. Der Siegtreffer wollte ihnen im letzten Angriff nicht mehr gelingen. "Wir sind am Boden zerstört, dass wir heute keine zwei Punkte geholt haben, das war unser Ziel. Wir hatten zahlreiche Chancen, dieses Spiel zu gewinnen", ärgerte sich Rückraumspieler Janus Daði Smárason.

Dramatisches Gruppenfinale

Kroatien startete derweil optimal in die Partie gegen den bisherigen Tabellenführer Slowenien und lag früh mit 5:1 vorne (11.). Auch in der Folge bestimmte der Vize-Weltmeister die Begegnung, zur Pause betrug die Führung drei Treffer. In Halbzeit zwei kämpften sich die Slowenen Tor für Tor zurück - und schafften in der 42. Minute mit dem 18:18 sogar den Ausgleich. Doch dann drehte das Team des ehemaligen Bundestrainers Dagur Sigurdsson wieder auf und sicherte sich die zwei wichtigen Punkte. Bester Werfer des Spiels war der Kroate Tin Lucin mit sieben Toren.

Während die Kroaten am Mittwoch das Weiterkommen in der eigenen Hand haben und gegen Ungarn (18 Uhr) lediglich einen Punkt benötigen, sind die Schweden auf Schützenhilfe angewiesen. Aufgrund des direkten Vergleichs muss der Co-Gastgeber am letzten Spieltag gegen die Schweiz (20.30 Uhr) ein besseres Ergebnis als die Isländer gegen Slowenien (15.30 Uhr) holen. Letztere könnten aber auch noch mit einem Erfolg gegen das Sigurdsson-Team bis auf Platz zwei klettern.

In Gruppe zwei wird ein Gegner der deutschen Nationalmannschaft gesucht: entweder für das Halbfinale oder das Spiel um Platz fünf. Dem DHB-Team reicht im Gruppenendspiel gegen Frankreich (Mittwoch, 18 Uhr/ZDF und im Liveticker auf ntv.de) ein Punkt zum Einzug ins Halbfinale.

Quelle: ntv.de, ter

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