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Podcast des gefallenen Helden Lance Armstrong lästert über Tour-Stars

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Gibt wieder seinen Senf dazu: Lance Armstrong.

(Foto: picture alliance / Ian Langsdon/)

Der überführte Doping-Betrüger Lance Armstrong kehrt aus der Versenkung zurück und führt wieder das große Wort. In seinem Podcast kommentiert er die Etappen der aktuellen Tour de France. Dabei ist er nicht zimperlich - auch Deutsche bekommen ihr Fett weg.

Er ist mittlerweile eine persona non grata bei der Tour de France: Doping-Betrüger Lance Armstrong. Das hält ihn aber nicht davon ab, seine Meinung zur aktuellen Rundfahrt kundzutun. Dies tut er mit einem Blog für das Outside Magazine und - noch prominenter - mit der Podcast-Reihe "Stages", in der er die einzelnen Etappen resümiert. Der mittlerweile leicht ergraute Ex-Profi nimmt diesen in Wort und Bild in den USA auf und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund.

So kritisiert Armstrong etwa den Fahrstil des Mannes im Gelben Trikot, Chris Froome, und nennt diesen "eigenartig". Zudem kritisiert Armstrong das Team Astana von Froomes Konkurrenten Fabio Aru, das "alles dafür tue, um eine Führung zu verdaddeln".

Auch die deutschen Fahrer bekommen was ab: Am Tag vor dem Ausscheiden von Sprint-Star Marcel Kittel ätzte Armstrong, dieser werde es nicht über die hohen Berge schaffen - im Gegensatz zu Sprint-Konkurrent Michael Matthews. Auch die Organisatoren der Tour geraten ins Visier. Tour-Direktor Christian Prudhomme schickte Armstrong zum Start in Düsseldorf ein „Fuck you“. Dass sein langjähriger Rivale Jan Ullrich bei den Feierlichkeiten zum Grand Départ ebenso wie Armstrong nicht geladen war, hatte der Ex-Rekordsieger bereits auf Twitter abfällig kommentiert: "Den Roten Teppich für Jalabert, Virenque, Hinault (und viele andere) ausrollen, aber Jan nicht einladen? Pfft", schrieb Armstrong.

"Allgemeinplätze und Stammtischgewäsch"

Der Podcast des als Radsport-Rüpel verschrieenen Armstrong stößt auf geteiltes Echo. Die "New York Times" etwa bezeichnet ihn als "informiert, ehrlich und manchmal geistreich". Auch sei Armstrong des Öfteren sogar selbstironisch, was erstaunlich sei.

Nicht alle sind jedoch begeistert: Sportjournalist und Dopingexperte Klaus Blume bezeichnete Armstrongs Äußerungen als "Allgemeinplätze und Stammtischgewäsch", wie er dem Deutschlandfunk Kultur sagte. Der Ex-Profi wiederhole nur, was jeder Zuschauer schon am Fernsehapparat sehen könne. Armstrong sei viel zu weit weg von der aktuellen Entwicklung, so Blume. Das Ganze habe "keinen Unterhaltungswert für Radsportfans, sondern nur für diejenigen, die über Radsport wenig wissen"- wovon es in den USA mehr gebe als in Europa.

In seiner Heimat scheint der "Stages"-Podcast des gefallenen Super-Stars auch gut anzukommen. Auf der iTunes-Liste der beliebtesten Sport-Podcasts in den USA rangiert jener von Armstrong derzeit auf Platz vier. In der Liste aller US-Podcasts erreichte er zwischenzeitlich sogar Platz 10, rutschte mittlerweile aber auf Rang 56 ab. Auf Youtube erreichen die Videos Klickzahlen zwischen einigen Tausend und mehreren Zehntausend.

Quelle: ntv.de, kst