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Olympische Spiele 2024 und 2028 Los Angeles lässt Paris den Vortritt

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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist sich mit IOC-Präsident Thomas Bach einig.

(Foto: imago/Xinhua)

Paris und Los Angeles heißen die Gastgeber der Olympischen Sommerspiele 2024 und 2028. IOC-Präsident Thomas Bach sieht in der Doppelvergabe an die beiden Städte eine "goldene Gelegenheit".

Paris schon 2024, Los Angeles erst vier Jahre später: Im Wettstreit um die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele nach Tokio 2020 ist am Montag wohl die endgültige Entscheidung gefallen. Die kalifornische Metropole Los Angeles gab offiziell ihre Bewerbung ausschließlich für 2028 bekannt und überlässt Paris somit den Vortritt für die Spiele in sieben Jahren. "Das Bewerbungskomitee von Los Angeles hat heute in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) seine Absicht verkündet, 2028 die Olympischen und Paralympischen Spiele auszurichten", hieß es in einem Statement. Für beide Jahre gibt es keine weiteren Bewerber.

Los Angeles war im Wettstreit um die Spiele 2024 bis zuletzt der einzig verbliebene Konkurrent der französischen Hauptstadt Paris, verzichtet nun aber auf eine Kampfabstimmung. Thomas Bach zeigte sich mit der Entwicklung mehr als zufrieden. "Das IOC begrüßt die Entscheidung von Los Angeles. Wir freuen uns jetzt, den Ausrichtervertrag für 2028 transparent und schnell zu veröffentlichen", sagte der IOC-Präsident.

Die Organisatoren in Los Angeles erhalten vom IOC zudem kurz- und mittelfristig 1,8 Milliarden Dollar für Programme, mit denen der Jugendsport gefördert werden soll. Bach sprach daher von einer "Win-win-win-Situation" für die beiden Städte und das IOC. Die erwartete Vergabe vorausgesetzt, wird LA somit zum dritten Mal die Sommerspiele ausrichten. Schon 1932 und 1984 hatte Olympia in der Metropole stattgefunden. Paris hatte die Spiele 1900 und 1924 organisiert.

"Finanziell attraktiv"

Schon am Freitag hatte sich angedeutet, dass Los Angeles seine Bemühungen um die Ausrichtung der Sommerspiele 2024 aufgibt und Paris den Vortritt lässt. "2024 wird wahrscheinlich nicht passieren, auch wenn das IOC gut beraten wäre, uns auszuwählen. Sie machen es finanziell allerdings für uns so attraktiv, dass wir dumm wären, nicht auf 2028 auszuweichen", wurde LA-Bürgermeister Eric Garcetti vom Internetportal Buzzfeed zitiert.

Das IOC hatte am 11. Juli in einem historischen Beschluss den Weg für die Doppelvergabe frei gemacht. Eine sogenannte Evaluierungskommission des IOC wird das Organisationskomitee von Los Angeles in den kommenden Jahren begleiten und darauf achten, dass die vereinbarten Bedingungen und Versprechen eingehalten werden.

Paris war bereits mit Bewerbungen für 2008 und 2012 gescheitert. Für beide Städte sind es die dritten Olympischen Spiele. 1900 und 1924 war Paris bereits Gastgeber. In Los Angeles gastierten die Spiele 1932 und 1984 - damals boykottiert von den Staaten des Ostblocks.

Auf bestehende Sportstätten aufbauen

Die Bewerbungen beider Städte hatten großes Lob geerntet, vor allem wegen der vergleichsweise geringen Kosten: Die Organisatoren wollen auf schon bestehende Wettkampfstätten zurückgreifen. IOC-Präsident Thomas Bach hatte die Doppelvergabe vorangetrieben. Seiner Ansicht nach bringt das bisherige Vergabeverfahren zu viele Verlierer hervor. Schon eine Bewerbung ist mit hohen Kosten und politischen Risiken verbunden. Gescheiterte Bewerber mit durchaus konkurrenzfähigen Konzepten treten nicht unbedingt ein zweites Mal an.

Bach hatte Anfang Juli zu dem Grundsatzbeschluss in Lausanne gesagt, eine Doppelvergabe sei eine "goldene Gelegenheit". Das IOC müsse nun die Zeit nutzen, sein Vergabeverfahren grundsätzlich zu überarbeiten. In immer weniger Staaten - vor allem in Westeuropa - gebe es noch Bereitschaft der Menschen, Olympische Spiele zu unterstützen, beklagte Bach.

Für 2024 hatten sich ursprünglich auch Hamburg, Boston, Rom und Budapest beworben. Alle vier zogen aber zurück. Grund war fast immer das Misstrauen der Bürger in das Versprechen, die Ära des teuren Gigantismus bei Olympia sei vorbei. Für Boston ging Los Angeles ins Rennen.

Quelle: n-tv.de, rpe/mli/dpa/sid