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Hauptsache nicht mehr allein Lückenkemper verlegt Florida nach Chemnitz

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Mit der deutschen 4x100-Meter-Staffel gewannen Haase und Lückenkemper 2016 und 2018 jeweils EM-Bronze.

(Foto: imago images / Beautiful Sports)

Eine Reise in die USA ist für Gina Lückenkemper gerade undenkbar. Dabei wollte sie eigentlich in Florida an ihrer Form für die Olympischen Spiele 2021 arbeiten. Um nicht weiter alleine laufen zu müssen, wechselt sie vorerst nach Chemnitz. Und trifft dort auf eine gute Freundin.

Eigentlich würde Deutschlands Topsprinterin Gina Lückenkemper jetzt in Florida trainieren. Aber "eigentlich" ist wohl eines der Wörter des Jahres, zumindest wenn es darum geht, was jetzt eigentlich stattfinden würde. Die Olympischen Spiele, für die Leichtathletin als Jahreshighlight geplant, sind auf den Sommer 2021 verschoben - und selbst an diesem neuen Termin, so zweifeln viele, die sich auskennen, könnte es schwierig werden mit der weltweit größten Sportveranstaltung in Tokio. Weil aber aufgrund der Corona-Pandemie derzeit so gut wie nichts klappt wie geplant, verlegt Lückenkemper ihr Florida kurzerhand nach Sachsen, nach Chemnitz um genau zu sein.

Dort bereitet sie sich mit ihrer Nationalmannschaftskollegin Rebekka Haase auf die kommende Saison vor. Die beiden verbindet neben der Liebe zur Leichtathletik auch eine enge Freundschaft. Lückenkemper ist "ganz froh", wieder in einer Gruppe zu trainieren, nachdem sie in den vergangenen Monaten oftmals alleine auf der Laufbahn gestanden hatte. Oder zumindest fast, denn in einem Instagram-Post dankte sie ihrem Freund, ohne den sie "dieses seltsame Jahr nicht leicht durchstehen" hätte können.

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Dabei war die 23-Jährige eigens nach Florida gereist, um in der Gruppe von Lance Brauman zu trainieren, zu der unter anderem Noah Lyles gehört, der Weltmeister über 200 Meter. "Sobald es mir möglich ist, möchte ich auch wieder in die USA gehen", sagte sie der "SZ" und Sportradio360, "wann das sein wird, weiß ich aber nicht". Deshalb nun der vorübergehende Wechsel nach Chemnitz, um die harten Einheiten im Aufbautraining nicht alleine absolvieren zu müssen.

Lückenkempers Plan, am Montag wieder über den Atlantik und in die Vereinigten Staaten zu reisen, ist bis auf Weiteres hinfällig. Mit diesem Problem ist sie nicht alleine, schließlich ist sie nicht die einzige deutsche Ausnahme-Athletin, die in den USA eine neue Herausforderung sucht. Malaika Mihambo schloss sich zu Jahresbeginn als amtierende Welt- und Europameisterin im Weitsprung der Trainingsgruppe des einstigen Superstars Carl Lewis in Houston an, konnte bisher aber noch nicht nach Texas fliegen. Läuferin Konstanze Klosterhalfen trainiert dagegen schon länger in Portland/Oregon bei Pete Julian, der zuvor zum wegen Dopingvorwürfen umstrittenen Nike Oregon Project gehörte. Anders als Lückenkemper war sie im Frühjahr zu Beginn der Pandemie nicht nach Deutschland zurückgekehrt.

Quelle: ntv.de, tsi