Sport

Cas revidiert Doping-Urteil Luitz bekommt seinen Premieren-Sieg zurück

3c5729bd04f6048ff88ab9eac1cbb305.jpg

Stefan Luitz kann sich nun zum zweiten Mal freuen.

(Foto: dpa)

Stefan Luitz gewinnt im Dezember seinen ersten Ski-Weltcup - und wird später aus den Listen gestrichen. Der 26-Jährige habe gedopt, heißt es vom Skiweltverband. Es entspinnt sich die "Sauerstoff-Affäre". Nun darf er ein zweites Mal feiern, denn seine Disqualifikation wird aufgehoben.

Gewonnen, disqualifiziert und nun doch der Sieger: Skirennläufer Stefan Luitz erhält nach einem zähen Kampf seinen ersten Weltcuperfolg zurück. Der Internationale Sportgerichtshof Cas revidierte die Entscheidung des Ski-Weltverbandes Fis, den Allgäuer wegen der Nutzung von Sauerstoff beim Rennen in Beaver Creek/USA am 2. Dezember 2018 nachträglich zu disqualifizieren. Dies bestätigte Luitz' Rechtsanwältin Anne Jakob.

imago31661848h.jpg

Wolfgang Maier freut sich für Luitz.

(Foto: imago/Sammy Minkoff)

"Ich freue mich sehr, dass der Cas zu dieser Entscheidung gekommen ist. Damit ist auch klargestellt, dass es sich nicht um einen Dopingverstoß handelt", ließ Luitz über den Deutschen Skiverband (DSV) ausrichten, "ich bin glücklich über die Bestätigung meiner sportlichen Leistung am Grünen Tisch. Ich kann den Weltcupsieg nun ein zweites Mal feiern und danke allen, die mich in den letzten Monaten unterstützt haben, speziell auch meiner Anwältin Anne Jakob." Und Alpindirektor Wolfgang Meier sagte: "Ich finde es extrem wichtig und extrem gut, dass eine Entscheidung zugunsten des Sportlers gefallen ist."

"Eine richtungsweisende Entscheidung"

Luitz war in Beaver Creek dabei beobachtet worden, wie er zwischen den Läufen aus Sauerstoffflaschen inhaliert hatte. Nach dem Code der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada stellt dies keinen Verstoß dar. Die Fis erlaubt die Sauerstoff-Nutzung im Training, verbietet sie aber in ihren Anti-Doping-Regeln an Rennstrecken. Nach Angaben von Luitz' Anwältin war der Cas der Auffassung, "dass die Abänderung des Wada-Codes, wie sie die Fis vorgenommen hat, nicht gerechtfertigt ist". Mit seinem Urteil habe der Cas "eine richtungweisende Entscheidung für alle Athleten getroffen", betonte Jakob. "Es wird dadurch eine dringend notwendige Ordnung in das Regelwerk der Fis gebracht, die Klarheit für ähnliche Fälle in der Zukunft bringt."

*Datenschutz

In seinem ersten Riesenslalom nach einem Kreuzbandriss im Dezember 2017 hatte Luitz vor Marcel Hirscher (Österreich) und Henrik Kristoffersen (Norwegen) seinen ersten Weltcupsieg gefeiert. Der mittlerweile achtmalige Gesamtweltcupsieger Hirscher hatte kurz darauf erklärt, es "wäre ein Wahnsinn", sollte Luitz der Sieg aberkannt werden. Hirscher fällt durch die Entscheidung von 67 auf 66 Siege zurück und verliert 20 Punkte in den Weltcup-Wertungen, was aber folgenlos bleibt.

Fis ist ein "richtiger Verlierer"

Nach der Disqualifikation durch die Fis Mitte Januar hatte Luitz zunächst versucht, dies durch einen Eilantrag beim Cas zu verhindern, war damit aber gescheitert. Der Allgäuer und der DSV hatten wiederholt eingeräumt, einen Fehler begangen zu haben, den Verdacht des Dopings aber stets bestritten. "Die Fis geht jetzt als richtiger Verlierer da raus, das können sie auch nicht wegdiskutieren", sagte Maier. "Er hat ein Rennen gewonnen, das nicht manipuliert war von uns. Was auch immer man über Sauerstoff denkt, es hat keinen Einfluss gehabt auf die Leistung von ihm."

Luitz hatte sich in der Zwischenzeit bei einem Sturz in Adelboden Mitte Januar die Schulter ausgekugelt. Bei der WM in Are zog er sich Mitte Februar bei einem "Einfädler" im Riesenslalom einen Innenbandriss im linken Knie zu. Nun kann er sich über ein dickes Trostpflaster freuen - auch in Form des Siegerschecks in Höhe von umgerechnet 40.000 Euro.

Quelle: n-tv.de, ara/sid/dpa

Mehr zum Thema