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Biathlon-Staffel holt WM-Bronze Männer emanzipieren sich

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Tolle Leistung: Michael Greis, der als Dritter ins Rennen ging.

(Foto: dpa)

Die deutschen Männer gewinnen bei den Biathlon-Weltmeisterschaften in Ruhpolding Edelmetall. Simon Schempp, Andreas Birnbacher, Michael Greis und Schlussläufer Arnd Peiffer sichern sich in der Staffel die Bronzemedaille. Und zeigen: Sie können's ja doch ohne die Frauen.

Es geht auch ohne die Frauen: Die deutschen Biathleten haben bei ihrer Heim-Weltmeisterschaft in Ruhpolding im Staffelrennen die erste Medaille ohne Mithilfe ihrer Teamkolleginnen gewonnen. Simon Schempp, Andreas Birnbacher, Michael Greis und Arnd Peiffer sicherten sich vor 28.000 Zuschauern in der Chiemgau-Arena über 4 x 7,5 Kilometer die Bronzemedaille. Eine mögliche bessere Platzierung hinter Sieger Norwegen und Frankreich vergab das deutsche Quartett mit zehn Schießfehlern, auch wenn Deutschland eine Strafrunde erspart blieb. Die Einschätzung von Disziplintrainer Fritz Fischer, dass die "anderen beiden Nationen heute einfach stärker waren", stimmte angesichts deren Schwächen am Schießstand nur bedingt.

"Jeder von uns hat ein solides Rennen gezeigt, kein perfektes", bilanzierte Birnbacher. Platz drei für das DSV-Team war dennoch das erhoffte Achtungszeichen vor dem abschließenden Massenstart am Sonntag. "Ich bin sehr glücklich, dass es noch funktioniert hat", sagte Schlussläufer Peiffer: "Bronze ist super!" Zuvor hatten die deutschen Herren durch Peiffer und Birnbacher nur in der Mixed-Staffel Bronze gewonnen, unterstützt von Magdalena Neuner und  Andrea Henkel. In den drei Einzelwettbewerben verpassten sie den Sprung aufs Podest, wenn auch mitunter sehr unglücklich.

Der Staffel-Titel ging nach einer starken Aufholjagd erneut an Norwegen, obwohl Altstar Ole Einar Björndalen dem Titelverteidiger mit einer Strafrunde beim zweiten Schießen eine schwere Hypothek aufgeladen hatte. Doch Rune Brattsveen, Tarje Boe und Emil Hegle Svendsen fingen die lange führenden Franzosen noch ab. Ausgerechnet Martin Fourcade, mit Gold in Sprint und Verfolgung bislang der überragende männliche Starter bei dieser WM, gab als Schlussläufer mit gleich fünf Schießfehlern den dritten französischen WM-Triumph in Ruhpolding noch aus der Hand.

"War vor dem Rennen ziemlich nervös"

Kaum Nerven zeigte der deutsche Startläufer Schempp, obwohl er anschließend bekannte: "Ich war vor dem Rennen ziemlich nervös. Aber der Abstand beim Wechsel war ok. Die anderen sind ja auch keine Pfeifen." Schempp übergab nach einem Schießfehler im Stehen an Position sechs liegend mit 11,7 Sekunden Rückstand auf Spitzenreiter Russland an Birnbacher. Der konnte zwar keine Zeit gutmachen aber drei Plätze. "Ich muss zugeben, dass ich heute Druck gespürt habe, vor allem bei den Nachladern. Aber ich hab mir selbst gesagt: Jetzt reiß dich zusammen, die hol' ich jetzt auch noch. Sonst wäre es ja auch echt blöd geworden."

Routinier Greis festigte den dritten Platz. Nach zwei Nachladern im Liegendschießen zeigte er im Stehen eine fehlerlose Schnellfeuereinlage und schickte Schlussläufer Peiffer mit 23 Sekunden Vorsprung auf die viertplatzierten Österreicher in die Loipe. Während der zunächst klar führende Fourcade im Duell mit dem Norweger Svendsen am Schießstand Nerven zeigte, sicherte Peiffer seinem Team souverän die Bronzemedaille. Und bewies: Es geht auch ohne die Frauen.

Quelle: n-tv.de

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