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Erfrierungen, Zoff, Ballonfahrt NFL-Star nervt mit exzentrischen Eskapaden

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Antonio Brown ist für seine Eskapaden bekannt. Er verteidigt seinen Ruf als Enfant terrible vehement.

(Foto: www.imago-images.de)

Antonio Brown gilt als Enfant terrible des American Football. Nun beweist er wieder einmal, warum: Anstatt mit dem Auto bei seinem neuen Klub vorzufahren, schwebt er mit einem Heißluftballon ein. Trainieren kann er wegen fieser Erfrierungen aber nicht. Und dann verliert er auch noch einen Helm-Streit.

Die Oakland Raiders hätten wissen müssen, auf was sie sich da einlassen. Oder genau genommen: auf wen. Antonio Brown, seit Jahren einer der besten, wenn nicht gar der beste Passempfänger in der National Football League (NFL), gehört offensichtlich zu jener Sorte Mensch, für die Bezeichnungen wie Exzentriker oder Enfant terrible erfunden wurden. In den vergangenen Wochen hat sich der 31-Jährige aber mal wieder selbst übertroffen.

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Am ersten Tag des Vorbereitungs-Camps der Raiders im Napa Valley, dem Weinanbaugebiet nördlich der San Francisco Bay, schwebte der Neuzugang mit einem Heißluftballon ein - eine Fortsetzung seiner mittlerweile legendären Auftritte in den vergangenen Jahren. 2018, damals als Spieler der Pittsburgh Steelers, ließ er sich von einem Helikopter vor dem Trainingsgelände absetzen. Seine üblichen Ankünfte in wechselnden Rolls-Royce waren ihm wohl zu bieder geworden.

Abgang trotz Vertrag

Die Steelers hatten das Verhalten von Brown immerhin neun Jahre lang hingenommen, zuletzt aber ging er ihnen nur noch auf die Nerven. Er kam zu spät zum Training - oder gar nicht. In Sitzungen hörte er allem Anschein nach immer seltener zu, weshalb Quarterback Ben Roethlisberger ihm in der vergangenen Saison in aller Öffentlichkeit vorwarf, er laufe immer öfter in die falsche Richtung. Brown war wie üblich beleidigt, die Steelers hatten genug und ließen ihn trotz Vertrag gehen.

Brown, der mehrere Steelers- und NFL-Rekorde hält, fand trotz seiner bekannten Eigenheiten umgehend einen neuen Klub, und dass es die Raiders waren, überraschte nicht: Die Franchise hatte in dem 2011 verstorbenen Al Davis den wohl exzentrischsten Besitzer der NFL - und schon immer ein Faible für schwierige Charaktere. Brown erhielt einen Vertrag über drei Jahre, er ist mit 50,125 Millionen Dollar dotiert, mehr kassiert kein Wide Receiver in der Liga.

Brown verliert Helm-Streit

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Mit seinem neuen Team hat Brown seit seiner Ballonfahrt am 26. Juli erst einmal trainiert. Weil er im Juli in Frankreich zu Regenerationszwecken eine Kältekammer aufsuchte, dabei jedoch nicht wie vorgeschrieben seine Füße schützte, fällt er wegen der Erfrierungen vorerst aus. Lange wurde er nicht in Napa gesehen, allgegenwärtig war er dennoch. In den vergangenen Tagen hatte er angekündigt, nie mehr spielen zu wollen, wenn er nicht seinen alten Helm benutzen dürfe. Brown spielte neun Jahre lang mit ein und demselben Modell, der Hersteller hatte den Helm allerdings schon 2011 aus dem Programm genommen, weil dieser, wie er drei Jahre später mitteilte, "technisch überholt" sei. Brown nutzte ihn dennoch.

Auch die Star-Quarterbacks Tom Brady (New England Patriots) und Aaron Rodgers (Green Bay Packers) wollten sich bis zuletzt nicht von ihrem gewohnten, allerdings längst nicht mehr als sicher geltenden Kopfschutz trennen. Sie stiegen aber brav um. Brown hätte wissen müssen, was auf ihn zukommt, die NFL hatte bereits vor einem Jahr eine Liste veröffentlicht, auf der die ab dieser Saison zugelassenen Helm-Modelle stehen. Brown aber machte wie üblich ein Bohei, er drohte der NFL sogar mit Klage. Ein Schiedsgericht bestimmte schließlich: Den alten Helm kann Brown vergessen.

Prompt kündigte dieser an, bald das Training aufnehmen zu wollen, am Dienstag war er zurück auf dem Trainingsgelände und präsentierte seine Wunden. Kein schöner Anblick. "Hoffentlich wurden meine Füße neu geboren und ich kann schneller laufen. Bemitleidet mich später", sagte Brown: "Vielen Dank."

Quelle: n-tv.de, Thomas Häberlein, sid

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