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Herpes-Virus angekommen Nächstes Pferd tot, "noch keine Pandemie"

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Casta Lee, das Pferd von Tim Uwe Hoffmann, verstarb am Herpes-Virus EHV-1.

(Foto: imago images/Stefan Lafrentz)

Zwei Pferde sind in Deutschland am gefährlichen Herpes-Virus EHV-1 schon verstorben. Deutsche Reiter haben noch weitere Todesfälle zu beklagen. Die Sorgen wegen der Ausbreitung wachsen, harte Maßnahmen werden ergriffen.

Nach der Ankunft des gefährlichen Herpes-Virus EHV-1 in Deutschland ist die Aufregung im deutschen Reitlager groß. Schon zwei Pferde starben in Deutschland an der gefährlichen Erkrankung, insgesamt gibt es fünf tote Pferde deutscher Reiter zu beklagen, die Zahl der Todesfälle stieg weltweit auf sieben.

"Jedes Pferd, das daran verstirbt, ist eines zu viel", sagte Geschäftsführer Soenke Lauterbach von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) dem SID und ergänzte: "Es gibt noch keine pandemische Lage. Damit es aber nicht so weit kommt, haben wir harte Maßnahmen ergriffen." Lauterbach verwies darauf, dass die FN in Absprache mit dem Weltverband FEI alle internationalen Turniere in Deutschland bis zum 28. März abgesagt hat. Neun weitere Länder schlossen sich an. Der Ausbruch sei "wahrscheinlich der schlimmste in Europa seit vielen Jahrzehnten", sagte FEI-Generalsekretärin Sabrina Ibanez. Bei Menschen verursacht das Virus keine Krankheiten.

Alle verstorbenen Vierbeiner hatten mit über 700 weiteren Pferden im Februar an einer internationalen Turnierserie in Valencia teilgenommen. Dort war das Virus ausgebrochen. Wie die FEI am Mittwoch mitteilte, würden insgesamt noch 83 Vierbeiner Symptome zeigen, etliche Pferde befinden sich in der Tierklinik. Zwei der fünf verstorbenen Pferde von deutschen Reitern sind mittlerweile bekannt. Es handelt sich dabei um die Stuten Quadira und Casta Lee, Pferde von Thessa Thillmann und Tim Uwe Hoffmann, beides Schüler des niedersächsischen Springtrainers Hilmar Meyer aus Thedinghausen.

Hohes Fieber, apathisches Verhalten

Im Gespräch mit RTL/ntv rät Tierarzt Dr. Andreas Bücheler zur Eindämmung der aktuellen Lage dringend zu einer Impfung. "Es gibt eine, und diese wird auch dringend empfohlen. Allerdings nicht bei kranken oder infizierten Pferden." Ein Problem dabei ist die Zeit, bis die Tiere erste Symptome zeigen. Die können zwei bis zehn Tage nach der Infektion auftreten. Als erste Symptome treten hohes Fieber und apathisches Verhalten auf.

Weiterhin herrscht große Angst, dass sich das Virus weltweit ausbreitet. Auch in Doha, wo am Wochenende das Auftaktturnier der Millionenserie Global Champions Tour startet, war das Virus schon aufgetaucht. Vier Pferde, zwei von dem deutschen Springreiter Sven Schlüsselburg, waren in Katar positiv auf das Virus getestet worden. Mittlerweile aber sind beide Pferde des Springreiters aus Ilsfeld bei Heilbronn wieder negativ. "Den Pferden von Sven Schlüsselburg geht es im Moment gut", sagte Lauterbach. Schlüsselburg ist mit den Pferden noch in Doha, nur eines seiner beiden Vierbeiner hatte Symptome gezeigt. Der Reiter wird aber nicht an den Springen der Global-Tour in Doha teilnehmen.

Die Global Champions Tour ist die lukrativste Serie im internationalen Springsport und führt in diesem Jahr weltweit durch 14 Städte, auch Hamburg (Mai) und Berlin (Juli) stehen auf dem Programm. Aus Deutschland starten dort an diesem Wochenende die Top-Reiter Christian Ahlmann (Marl), Marcus Ehning (Borken), Maurice Tebbel (Emsbüren), Christian Kukuk und Philipp Weishaupt (beide Hörstel).

Lauterbach begrüßte, dass das Turnier am Wochenende wie geplant stattfindet. "Es wurden viele Maßnahmen ergriffen, die dazu führen, dass sich die Pferde nicht begegnen können. Außerdem handelt es sich um eine riesige Anlage, auf der sich die Pferde gut aus dem Weg gehen können", sagte er. Zudem, so Lauterbach, würde ein sofortiger Rückflug mit vielen Pferden auf engem Raum in einem Flieger große Risiken einer Infektion beinhalten. "Es ist besser, die Pferde bleiben noch einige Zeit in Doha und werden dort veterinärtechnisch bestens betreut", meinte Lauterbach.

Quelle: ntv.de, dbe/sid

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