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Keine Konföderierten-Fahnen mehr Nascar-Rennserie verbietet Sklaverei-Flagge

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Konföderierten-Flaggen bei einem Nascar-Rennen in Florida 2018.

(Foto: USA TODAY Sports)

Besser spät als nie: Die Konföderierten-Flagge gehört bei vielen Nascar-Fans zum Standard-Repertoire, die Rennserie duldet dies jahrelang. Nun werden die Fahnen, die wie kaum ein Symbol in den USA für Sklaverei und Rassismus stehen, bei Nascar-Veranstaltungen verboten - weil ein Fahrer protestiert.

Die US-Motorsportserie Nascar hat die Konföderierten-Flagge bei ihren Rennen verboten. Die Flagge, die für viele als Symbol für Sklaverei und Rassismus gilt, ist auf den Rennstrecken weit verbreitet, besonders bei den Veranstaltungen in den Südstaaten.

"Die Gegenwart der Konföderierten-Flagge bei Nascar-Veranstaltungen ist nicht vereinbar mit unserer Verpflichtung, ein einladendes und integratives Umfeld für alle unsere Fans, Teilnehmer und unsere Branche zu schaffen", teilte die Nascar mit. Die Besonderheit ihres Sports liege darin, Menschen in ihrer Liebe für den Motorsport und die Gemeinschaft zusammenzubringen.

Ein Anteil an der neuen Reglung ist dem afro-amerikanischen Nascar-Fahrer Darrell "Bubba" Wallace zuzuschreiben. Der 26-Jährige hatte sich zuletzt für einen Bann der Flagge stark gemacht. "Es gibt hier keinen Platz dafür", sagte Wallace. Am vergangenen Sonntag trat er bei einem Rennen zudem mit einem T-Shirt mit der Aufschrift "I Can't Breathe" auf - den letzten Worten des Afroamerikaners George Floyd vor seinem durch Polizeigewalt verursachten Tod.

Südstaaten vs. Nordstaaten

Bereits 2015 hatten die Direktoren der Rennserie die Flagge nach dem Mord an neun schwarzen Amerikanern in einer Kirche in Charleston als ein "beleidigendes und entzweiendes" Symbol bezeichnet, diese aber nicht verboten. Es wurde lediglich ein Austauschprogramm angeboten.

Dies holte die Serie nun angesichts der andauernden Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA und weltweit nach. Die Konföderation der Südstaaten, die auf Plantagenwirtschaft und Sklaverei setzte, spaltete sich 1860 von den Nordstaaten der USA ab, woraufhin der Sezessionskrieg mit etwa 650.000 Toten folgte, der 1865 mit der Kapitulation der Konföderation endete. South Carolina, einer der Südstaaten, hatte die Flagge bis 2015 vor dem Parlament gehisst. Nachdem der Weiße Dylann Storm Roof dann die neun Schwarzen Amerikaner in der Kirche in Charleston erschoss, wurde sie für immer eingeholt.

Der Bundesstaat Mississippi ist der letzte Staat der USA, in dem die Konföderierten-Fahne trotz immer wiederkehrender Kritik als ein Teil der Staatsflagge überdauert. Auch verschiedene rechtsextreme und nationalsozialistische Gruppen in den USA nutzen die Konföderierten-Flagge.

Quelle: ntv.de, dbe/sid