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Erzürnt WM-Chef angeklingelt Neureuther: Beschwerdeanruf live im TV

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War fassungslos und griff zum Handy: Felix Neureuther.

(Foto: imago images/GEPA pictures)

Felix Neureuther ist im ARD-Studio außer sich: Weil sich der ehemalige Skirennfahrer so massiv über unfaire Bedingungen beim WM-Parallelevent aufregt, ruft er in der Live-Übertragung beim Rennchef durch. Als dieser nicht ans Telefon geht, schreibt Neureuther ihm eine Nachricht - und erhält Antwort.

Felix Neureuther konnte es nicht fassen - und griff zum Handy. Weil sich der frühere Skirennfahrer dermaßen über die Kurssetzung beim WM-Parallelevent aufregte, sorgte er in der Live-Übertragung der ARD mit einer kuriosen Aktion für Aufsehen. Neureuther versuchte, während des Wettkampfs in Cortina d'Ampezzo den Rennchef Markus Waldner anzurufen. Als dieser nicht ran ging, schrieb Neureuther ihm nach eigenen Angaben eine Nachricht, um sich zu beschweren.

Hintergrund waren der Kurs in den Dolomiten und das Reglement: Im Parallel-Format fahren die Athleten zweimal gegeneinander, jeder einmal auf jedem Kurs. Grundsätzlich werden die Zeiten dann addiert und der Schnellere kommt weiter. Wenn man aber im ersten Lauf stürzt oder sich einen zu großen Rückstand anhäuft, läuft die Zeit nicht ewig weiter, sondern wird bei 0,50 Sekunden gestoppt. Eine halbe Sekunde ist also der maximale Rückstand vor dem zweiten Lauf.

Rennchef antwortet während des Rennens

Weil ein Kurs nun aber deutlich langsamer war, man also teilweise mehr als eine halbe Sekunde verlor, waren die Athleten im Nachteil, die im entscheidenden Lauf auf jenem Streckenteil fahren mussten.

Darüber beschwerte sich Neureuther also bei Waldner und forderte, den langsamen Kurs leicht zu verändern und damit ähnlich schnell zu machen. Wie er danach erzählte, antwortete ihm der Fis-Rennchef dann tatsächlich während des Rennens mit einer Nachricht, in der er angab, dass eine Kursveränderung nicht möglich sei und er den Wettkampf schon als fair erachte. Überzeugt hatte er Neureuther damit nicht.

Nach dreimal Silber waren die deutschen Skirennläufer im Parallel-Event nur haarscharf an einer weiteren Medaille vorbeigefahren. Alexander Schmid unterlag Topfavorit Loic Meillard aus der Schweiz im Kampf um Bronze, weil er bei seiner gewagten Aufholjagd im zweiten Lauf stürzte. "Eigentlich zählt nur Platz drei, der Vierte ist der erste Verlierer. Aber ich bin trotzdem zufrieden", sagte Schmid in der ARD geknickt. Den Einzug ins Finale hatte der Allgäuer zuvor gegen den ersten Weltmeister verpasst: Mathieu Faivre aus Frankreich setzte sich im Duell um Gold und Silber gegen Filip Zubcic aus Kroatien durch.

Quelle: ntv.de, dbe/dpa