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Verbände enttäuscht "Notbremse" schränkt Kindersport wieder ein

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Nur noch zu fünft dürfen Kinder unter 14 Jahren in den meisten Gegenden nun trainieren.

(Foto: picture alliance / Joaquim Ferreira)

Auf den Sportplätzen wird es in den meisten deutschen Regionen zunächst wieder etwas ruhiger zugehen. Die "Bundesnotbremse" bringt auch für den Kinder- und Breitensport neue Einschränkungen mit sich. Was gilt nun? Und was, wenn sich die Lage wieder bessert?

Die "Bundes-Notbremse" tritt in Kraft - und bringt auch Änderungen für den Breiten- und Kindersport mit sich. Im Gegensatz zu bisher regelt das Gesetz einheitlich, wie in Regionen mit höheren Inzidenzen mit Bewegung im Freien umzugehen ist. Bislang galten in den Bundesländern verschiedene Regeln, teils war insbesondere der Kindersport Gegenstand weitreichender Ausnahmen. Ein Überblick:

Was steht zu dem Thema in der "Bundesnotbremse"?

Oberhalb einer Inzidenz von 100 müssen Kreise und Städte das Angebot stark einschränken. Für Kinder unter 14 Jahren darf kontaktloses Training in einer Gruppengröße von maximal fünf stattfinden. Sonst, also auch für Erwachsene, ist nur Individualsport erlaubt: Maximal zu zweit oder mit Personen aus dem eigenen Hausstand.

Und was gilt unter der 100er-Grenze?

Liegt oder fällt die Inzidenz unter 100, dann greifen die Regeln, die zuvor im jeweiligen Bundesland galten. Diese orientieren sich an den Bund-Länder-Beschlüssen von Anfang März, als Öffnungen in mehreren Stufen festgelegt wurden. Da vorgesehene Zielinzidenzen von 50 praktisch nirgends erreicht wurden, galt zuletzt zumeist der erste Öffnungsschritt. Der sieht Kindersport (bis 14 Jahren) mit maximal 20 Personen vor. Zudem darf außen Individualsport betrieben werden.

Aber gab es nicht zuvor auch schon eine "Notbremse" bei Inzidenzen ab 100?

Ja, in den Bund-Länder-Beschlüssen war vorgesehen, dass Regeln verschärft werden sollen, wenn in Regionen die Inzidenzen über 100 steigen. Dies wurde in den Bundesländern teils mehr, teils weniger beherzt umgesetzt. Vor allem für den Kindersport definierten die Länder teils Ausnahmen. So war es in Nordrhein-Westfalen auch bei höheren Inzidenzen noch möglich, in größeren Gruppen zu trainieren.

Wie reagieren die Sportverbände auf die Verschärfungen?

Für den Deutschen Fußball-Bund spricht Präsident Fritz Keller. Er ist unzufrieden: "Wer draußen Fußball spielt, gefährdet seine Gesundheit nicht, ganz im Gegenteil: Er stärkt sie." Er fordert eine Orientierung politischer Entscheidungen an Fakten: "Immer mehr wissenschaftliche Studien von Aerosolforschern und Epidemiologen belegen das äußerst minimale Infektionsrisiko an der frischen Luft und die wachsenden Gefahren für die Gesundheit aufgrund des Bewegungsmangels."

Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds, Alfons Hörmann, ist ebenfalls enttäuscht. Nach einem Jahr "verordneter Bewegungslosigkeit tut jede neue Form von Einschränkung richtig weh. Denn unsere 90.000 Vereine hoffen seit Monaten vergeblich wieder auf mehr Normalität. Die Einschränkungen belasten Körper, Seele und Geist bei den Kindern genauso wie bei den Senioren und allen Altersgruppen im Erwachsenen-Bereich", sagte Hörmann.

Quelle: ntv.de, jog

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