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Speerwerfer Röhler zur Verlegung Olympia-Absage durch Athleten beschleunigt

Die Olympischen Spiele finden nun erst im kommenden Sommer in Tokio statt. Das gibt das Internationale Olympische Komitee bekannt. An dieser Entscheidung mitgewirkt haben viele Athleten, erklärt Speerwurf-Olympiasieger Thomas Röhler. Der 28-Jährige lobt den Zusammenhalt.

Ein Jahr mehr Training, ein Jahr länger hoffen, dass man sich nicht verletzt, ein Jahr länger, bis die Besten gekrönt werden: Die Olympischen Spiele in Tokio finden erst im kommenden Jahr statt. Nach langem Zögern hat dies das Internationale Olympische Komitee (IOC) am Dienstag entschieden. Für Speerwurf-Olympiasieger Thomas Röhler die richtige Entscheidung, das betont er im Interview mit RTL/ntv.

"Ich bin persönlich freudig überrascht gewesen, dass die Entscheidung, die Spiele zu verlegen, doch so schnell kam. Wir hatten erst von einer Vier-Wochen-Frist gesprochen, jetzt kam es nach zwei Tagen", so Röhler. "Es ist ein freudiger Moment, weil so viele Athleten mitgewirkt haben, so viele Athleten haben sich diese Entscheidung gewünscht."

Dennoch ist auch etwas Frust dabei: "Natürlich ist es auch ein Stück weit schade, weil man sich vier Jahre extrem darauf vorbereitet hat. Das ist ein super emotionales Event für Sportler", erklärt der 28-Jährige, der 2016 in Rio de Janeiro Gold gewonnen hatte. "Aber nun ist ein Jahr Zeit, unter sicheren Umständen zu planen und da freue ich mich auf das Sportfest."

Als Athletensprecher des Leichtathletik-Weltverbandes hat Röhler sogar aktiv an der Verschiebung der Spiele mitgewirkt. Auch wenn die Athleten in dieser Entscheidung "relativ spät ins Gespräch" gekommen sind, wie er sagt. Doch von der Wirkung, die sie als Aktive erzielt haben, ist er begeistert. "Ich glaube, die Beschleunigung des Prozesses - jetzt wirklich Planungssicherheit zu bekommen vom IOC - wurde allein durch die Zusammenarbeit von Athleten und Verbänden weltweit erreicht." Und dabei hätten sogar alle an einem Strang gezogen: "Selbst Athleten, die vom Coronavirus noch gar nicht betroffen sind in ihren Regionen, haben gesagt, wir wollen den maximal fairen Wettbewerb mit den Besten der Welt und die Besten der Welt können aktuell nicht trainieren."

Bachs Alleingang?

Anders als die Leichtathleten waren aber etwa die Tischtennisspieler offenbar nicht so gut in die Prozesse eingebunden. "Wir haben vor einer Woche mit Thomas Bach beraten, der Solidarität von uns einforderte. Nun wurden wir nicht in die Entscheidungsfindung einbezogen", kritisierte der Präsident des Tischtennis-Weltverbands, Thomas Weikert, laut "Spiegel".

Dem Bericht zufolge seien die 33 Weltverbände, die mit Sportarten bei Olympia in Tokio vertreten sein sollten, von der Verkündung der Verlegung der Sommerspiele ins Jahr 2021 vorab nicht informiert worden. Es handele sich vielmehr um einen Alleingang des IOC mit Präsident Thomas Bach.

Für Röhler zählt aber, dass Olympia seinen enormen Wert behält - und nicht durch eine Austragung in diesem Jahr unfair wird. "Für einen Sportler ermöglichen Olympische Spiele einen Lebenstraum. Es ist A der sportliche Traum und es ist B die Referenz schlechthin, die man als Sportler mit sportlicher Leistung erwirken kann", erklärt der Speerwerfer aus Jena. "Es ist ein Riesenschub für einen als Sportler, das eigene Wort gewinnt viel, viel mehr an Bedeutung, und man bekommt die Möglichkeit an Menschen heranzutreten durch Sport. Ohne Olympische Medaillen fällt das wiederum schwer, deswegen sind für uns Sportler die Olympischen Spiele wirklich das Nonplusultra." Und diese Chance kommt nun zum nächsten Mal im Sommer 2021.

Quelle: ntv.de, ara