Sport

Einigung zwischen IOC und Japan Olympische Spiele in Tokio verschoben

Das größte Sportevent in diesem Sommer fällt den Auswirkungen des Coronavirus zum Opfer. Die Olympischen Spiele in Tokio werden um ein Jahr verschoben, nachdem der Druck auf das Internationale Olympische Komitee angesichts der weltweiten Pandemie zuletzt stetig gewachsen war.

Erstmals in der 124-jährigen Geschichte werden die Olympischen Spiele verschoben. Wegen der Coronavirus-Pandemie wird das weltgrößte Sportereignis nun erst im kommenden Jahr in Japan stattfinden. Das gab Japans Ministerpräsident Shinzo Abe am Dienstag nach einer Telekonferenz bekannt, an der auch der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), der Deutsche Thomas Bach, teilnahm. Bach habe seinem Vorschlag, die Sommerspiele um ein Jahr zu verschieben, "100-prozentig" zugestimmt. Das IOC berief umgehend eine Sondersitzung ein. Der späteste Termin soll Abe zufolge der Sommer 2021 sein.

*Datenschutz

Zuletzt war der Druck auf das Gastgeberland und das IOC immer größer geworden, die Sommerspiele zu verschieben. Die endgültige Entscheidung müssen das Internationale Olympische Komitee, die Gastgeberstadt sowie das Japanische Olympische Komitee treffen. "Die nunmehr schnelle und klare Entscheidung zur Verschiebung der Olympischen und Paralympischen Spiele ist ein richtiger und enorm wichtiger Schritt für den internationalen Sport und die gesamte Weltgemeinschaft", hieß es in einer Stellungnahme des Deutschen Olympischen Sportbundes. "Das hilft vor allem den Athleten, indem es den Trainings- und Qualifikationsdruck in dieser schwierigen Phase nimmt." Der DOSB hatte für eine Verschiebung um ein Jahr plädiert, was auch als machbarste Alternative gilt.

Einige Länder wie Australien, Norwegen und Kanada hatten angesichts der Ansteckungsgefahr einer Teilnahme für dieses Jahr bereits eine Absage erteilt. Veranstalter anderer Sportveranstaltungen wie beispielsweise der Fußball-Europameisterschaften waren mit ihren Entscheidungen schneller gewesen.

IOC setzte lange auf Faktor Zeit

Lange spielte das IOC auf Zeit, um zu sehen, ob sich das Coronavirus noch eindämmen lässt. Ministerpräsident Abe betonte bereits am Montag, dass eine Absage der Spiele nicht zur Debatte stehe. Er räumte aber ein, dass die Sportveranstaltung unter den derzeitigen Gegebenheiten nicht stattfinden könne.

Das IOC hatte am vergangenen Sonntag angekündigt, binnen vier Wochen zu entscheiden, ob die Sommerspiele stattfinden sollen und wollte über alternative Szenarien beraten.

Die Dokumentation "Ausgespielt! Die Corona-Krise im Sport" läuft am Samstag (28. März) um 8.30 Uhr und um 11.30 Uhr bei ntv. Sie ist auch bei TVNOW verfügbar.

Doch angesichts inzwischen weltweit fast 380.000 Infizierter und der mehr als 16.500 Toten sorgte diese Haltung nur noch für Unmut. Nach einem Bericht der japanischen Zeitung "Sankei" sind rund 70 Prozent der Japaner dafür, die Olympischen Spiele nicht diesen Juli stattfinden zu lassen. Die Olympischen Sommerspiele sind in Friedenszeiten noch nie ausgefallen oder verschoben worden.

Zuletzt hatte es während des Zweiten Weltkrieges 1940 und 1944 keine Spiele gegeben. 1940 sollten sie ursprünglich ebenfalls in Tokio stattfinden, wurden später nach Helsinki verlegt, ehe sie wegen des Kriegsausbruchs ganz abgesagt wurden.

Quelle: ntv.de, mba/tsi/rts/dpa