Sport

50 Jahre nach Olympia-Attentat Opferfamilien boykottieren Gedenkveranstaltung

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Der Angriff auf die israelische Olympiamannschaft endete 1972 mit elf toten Sportlern.

(Foto: imago images/Heinz Gebhardt)

50 Jahre nach dem Attentat während der Olympischen Spiele von München, bei dem palästinensische Attentäter elf israelische Sportler töteten, schwelt ein Streit über Entschädigungszahlungen. Die Angehörigen der Opfer sind enttäuscht - und boykottieren eine Gedenkveranstaltung.

Die Angehörigen der Opfer des Olympia-Attentats von 1972 in München wollen nach Medieninformationen die offizielle Gedenkfeier zum 50. Jahrestag des Terroranschlags boykottieren. "50 Jahre Schmähung, Lügen, Erniedrigung und Abweisung durch die deutsche Regierung und insbesondere bayerische Behörden sind mehr als genug für uns", schrieben Ankie Spitzer und Ilana Romano in Vertretung aller Opferfamilien laut "Bild"-Zeitung in einem Brief an Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Hintergrund ist ein seit langem schwelender Streit um Entschädigungszahlungen, sagte Spitzer dem "Spiegel".

Zuletzt schien zunächst Bewegung in den Konflikt gekommen zu sein, nachdem den Familien der Opfer weitere Zahlungen in Aussicht gestellt worden waren. Doch auch das neue Angebot der Bundesregierung, des Freistaats Bayern und der Stadt München bezeichnete Spitzer bereits als "Beleidigung". Dem Vernehmen nach stand eine Summe von zehn Millionen Euro im Raum, auf die Zahlungen aus den Jahren 1972 und 2002 in Höhe von rund viereinhalb Millionen Euro angerechnet werden sollten.

Elf israelische Sportler starben

Am 5. September 1972 hatten palästinensische Terroristen einen Anschlag auf die Olympischen Sommerspiele in München verübt. Elf Mitglieder des israelischen Teams, darunter Spitzers Ehemann André, und ein Polizist starben.

In München wird derzeit bei zahlreichen Veranstaltungen der Toten und Verletzten gedacht. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" befürchten offizielle Stellen inzwischen eine Absage des israelischen Staatspräsidenten Izchak Herzog bei der zentralen Veranstaltung am 5. September. "Wenn die Familien der Gedenkfeier fernbleiben, wird es auch für den Präsidenten sehr schwierig werden teilzunehmen", sagte ein mit den Vorgängen vertrauter hochrangiger Regierungsbeamter dem Blatt.

Quelle: ntv.de, ter/dpa

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