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"Realist" trotz Olympia-Coup Peiffer bleibt ein Biathlon-Rätsel

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Der Olympiasieg hat das Leben von Biathlet Arnd Peiffer nicht entscheidend verändert.

(Foto: imago/Newspix24)

Im Februar fügt Biathlon-Star Arnd Peiffer seiner Titel-Sammlung eine weitere Trophäe hinzu, seitdem darf er sich auch Olympiasieger nennen. Nach dem größten Triumph seiner Karriere bleibt der 31-Jährige dennoch auf dem Boden der Realität - aus guten Gründen.

Nach dem ersten Sommer als Olympiasieger landete Arnd Peiffer ziemlich schnell wieder auf dem Boden der Realität. "Die harten Einheiten tun nicht weniger weh", berichtete der 31-Jährige, der bei den Winterspielen in Pyeongchang sein persönliches Biathlon-Märchen geschrieben hatte, "und es ist ja auch nicht so, dass die Trainingskollegen plötzlich auf einen warten." Sportlich dürfte Peiffer den größten Triumph seiner erfolgreichen Karriere zwar nicht vergessen, aber zumindest abgehakt haben.

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In Pyeongchang hatte sich Peiffer zum Olympiasieger gekrönt.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Der Fokus gilt der neuen Saison, in der am Mittwoch im slowenischen Pokljuka mit dem kräftezehrenden Klassiker über 20 Kilometer (14.15 Uhr/ARD und Eurosport) das erste Einzelrennen ansteht. Das wird Peiffer allerdings noch auslassen und erst im Sprint am Freitag (14.15 Uhr) erfahren, ob sich seine Schufterei auszahlen wird. Aus privaten Gründen hatte der Polizeihauptmeister aus Clausthal-Zellerfeld seine Anreise nach Pokljuka verschoben und deshalb auch die Mixed-Staffel am zurückliegenden Wochenende kurzfristig verpasst. Und wenn jemand wie Peiffer einmal von "privaten Gründen" spricht, dann bleiben die auch tatsächlich verborgen - anders als viele seiner Teamkollegen scheut Peiffer die Öffentlichkeit. "Ich besitze ja nicht mal ein Instagram-Profil", scherzte er. Peiffer ist gern ein Biathlon-Rätsel.

"Da bin ich Realist"

Vielleicht war das auch einer der Gründe, weshalb Peiffer trotz seines grandiosen Erfolgs im olympischen Sprint einen verhältnismäßig ruhigen Sommer erlebte. Der ein oder andere habe ihn auf der Straße zwar erkannt, "aber das war alles in einem Maß, in dem es noch angenehm ist", sagte er: "Und es legte sich dann auch ganz schnell wieder. Wir sind eben keine Fußballer." Der Popularität einiger Kicker könnte sich Peiffer aber dramatisch nähern, wenn ihm irgendwann einmal das Unvorstellbare gelingen sollte. Weltcup-Siege hat er schon zuhauf gefeiert, Weltmeister ist er ebenfalls seit einigen Jahren und nun also auch endlich Olympiasieger - da fehlt eigentlich nur noch ein Triumph im Gesamtweltcup. Ein Ding der Unmöglichkeit?

"Da bin ich Realist. Also die zwei", sagte Peiffer mit Blick auf den siebenmaligen Gesamtweltcup-Sieger Martin Fourcade und dessen ärgsten Rivalen Johannes Thingnes Bö, "die sind vom Laufniveau schneller und schießen eben auch gut. Beide über die komplette Saison zu schlagen, ist für mich nicht möglich." Was allerdings noch lange nicht heißt, dass für den Gesamtweltcup-Vierten der vergangenen Saison ein dritter Platz das Höchste der Gefühle wäre.

"Ich traue mir schon zu, wenn alles passt, beide an einem guten Tag zu schlagen." Er hat es ja schon mehrfach bewiesen - zuletzt auf der großen Olympia-Bühne. Die einmaligen Momente jenes magischen Abends dienen Peiffer mittlerweile als Motivation. "Das war eine tolle Belohnung, die ich damals erfahren durfte", sagte er - und stellte etwas ernüchtert fest: "Trotzdem muss ich mein Tagwerk nun wieder ganz normal verrichten."

Quelle: n-tv.de, Nicolas Reimer, sid

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