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Z-Auftritt im Luschniki-Stadion Putin-Propaganda wird teuer für Olympiasieger

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Putin empfängt Rylow im September 2021.

(Foto: imago images/ITAR-TASS)

Als einer von acht russischen Sport-Stars nimmt Jewegeni Rylow an einer Kundgebung von Präsident Wladimir Putin teil. Für den zweifachen Schwimm-Olympiasieger zieht dieser Auftritt drastische Konsequenzen nach sich.

Zur Feier des achtjährigen Jubiläums der Annexion der Krim, die von der UN-Generalversammlung nicht anerkannt ist und verurteilt wurde, wollte sich Russlands Präsident Wladimir Putin auch mit einigen der erfolgreichsten Sport-Stars seines Landes schmücken. Gleich acht russische Stars treten bei der Propaganda-Show auf und werfen viele neue Fragen auf.

In der vergangenen Woche lud Putin neben Langlauf-Superstar Alexander Bolschunow, der bei den Olympischen Winterspielen in Peking unlängst drei Goldmedaillen abgeräumt hatte, auch Jewegeni Rylow ins Moskauer Luschniki-Stadion ein. Der 25-Jährige war bei den Olympischen Sommerspielen 2021 in Tokio zu zwei Gold-, einer Silber- sowie einer Bronzemedaille geschwommen. Achtmal Edelmetall bei Weltmeisterschaften steht ebenfalls in seiner Vita.

Und Russlands sportliche Aushängeschilder folgten den Rufen ihres Machthabers. Wie die Zeitung "Novaya Gazeta" berichtete, zeigten sich Bolschunow, Rylow und sechs weitere Top-Athletinnen und -Athleten bei der Kundgebung auf einer Bühne. Bilder, die in den sozialen Netzwerken kursieren, zeigen, dass Rylow seine olympischen Medaillen trug. Der Nachrichtenagentur "Reuters" zufolge war die Jacke des Schwimmers zudem mit dem Buchstaben "Z" versehen, einem Kriegssymbol der russischen Armee beim aktuellen Angriffskrieg gegen die Ukraine.

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Für Rylow bleibt die Teilnahme an Putins Propaganda-Show nicht ungestraft. Der Schwimmartikel-Hersteller Speedo ist nicht länger Sponsor des Rückenspezialisten. "Wegen seiner Teilnahme im Luschniki-Stadion in Moskau hat Speedo den Sponsorenvertrag mit Jewegeni Rylow mit sofortiger Wirkung beendet", teilte das Unternehmen dem Nachrichtensender CNN mit. "Wir verurteilen den Krieg in der Ukraine so deutlich wie möglich und sind solidarisch mit den Menschen in der Ukraine, unseren Athleten und allen Teammitgliedern, die von diesem Konflikt betroffen sind."

Speedo ergänzte: "Teil dieser Entscheidung ist es auch, dass wir ausstehende Sponsorengelder dem Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen zukommen lassen werden." Der Schwimm-Weltverband FINA zeigte sich gegenüber CNN "tief enttäuscht" von den Berichten über Rylovws Teilnahme an der Kundgebung in Moskau. "Wir untersuchen die Angelegenheit", teilte die FINA mit.

Quelle: ntv.de, sue/sport.de

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