Sport

Greipel alleine, Buchmann dabei Radprofi Ewan feiert zweiten Tour-Coup

ece8c908c2054d25ea047b664a29b87d.jpg

"Ich habe so gelitten bei dieser Hitze": Caleb Ewan.

(Foto: REUTERS)

Der Sieg beim vorerst letzten Massensprint der Tour de France geht an den Australier Caleb Ewan. Für die deutschen Radprofis bleiben die Tageserfolge weiter aus, aber Emanuel Buchmann fährt nach der Hitzeschlacht weiter vorne mit. Ein Favorit muss das Rennen aufgeben, weil er stürzt.

Für André Greipel bleibt es eine Tour de France zum Vergessen, Sprinter Caleb Ewan und sein deutscher Helfer Roger Kluge jubeln erneut. Auf den 177 Kilometern mit Start und Ziel in Nimes feierte der Australier seinen zweiten Etappensieg und sagte: "Ich habe so gelitten bei dieser Hitze, aber meine Frau und meine Tochter waren extra Motivation." Einen Schreck gab es für den britischen Titelverteidiger Geraint Thomas, der schon zum dritten Mal bei dieser Tour stürzte, aber auch dieses Mal weiterfahren konnte. Schlimmer kam es für Jakob Fuglsang: Der dänische Mitfavorit musste nach einem Sturz das Rennen aufgeben.

823669693c03c25da9c4cc53aefccaa7.jpg

Enttäuscht auf Platz 15.: André Greipel.

(Foto: dpa)

Ewan ist bei der Tour bislang der Mann mit den schnellsten Beinen im Finale. Seine ersten Niederlagen machte er schnell vergessen, mit zwei Siegen ist er jetzt besser als seine Sprint-Rivalen, die allesamt erst einen Tageserfolg auf dem Konto haben. Geschlagen geben mussten sich der Italiener Elia Viviani und Dylan Groenewegen aus den Niederlanden, die beim flachen Finale in der sengenden Hitze von Nimes auf der 16. Etappe die Ränge zwei und drei belegten. Grün-Träger Peter Sagan aus der Slowakei wurde Vierter.

Für den deutsche Sprinter Greipel dürfte das mit dem Etappensieg nach einem weiteren enttäuschenden 15. Platz wohl nicht mehr klappen. Im Außenseiter-Team Arkéa-Samsic ist der 37 Jahre alte Radprofi auf sich alleine gestellt. Nach zweieinhalb Wochen Tour hat er es kein einziges Mal unter die besten Zehn geschafft.

Alaphilippe fährt weiter in Gelb

Beim letzten flachen Profil vor dem Finale in Paris am Sonntag war eine Massenankunft erwartet worden. Die Sprinterteams sorgten trotz Temperaturen von bis zu 40 Grad im Süden Frankreichs den kompletten Tag lang für das Tempo und stellten zweieinhalb Kilometer vor dem Ziel eine fünfköpfige Ausreißergruppe, der auch der 39 Jahre alte Routinier Lars Ytting Bak angehörte. Im Gelben Trikot fährt weiter Frankreichs Liebling Julian Alaphilippe, der mit beherzten Attacken einen Vorsprung herausfuhr und neuerdings auch beim Zeitfahren und im Hochgebirge glänzt. Hält er sich auch in den Alpen an der Spitze, wäre er der erste französische Tour-Sieger seit Bernard Hinault 1985.

Und auch Deutschland mischt im Kampf um den Tour-Sieg erstmals seit 2006 wieder mit. Emanuel Buchmann liegt vor dem finalen Showdown in den Alpen auf Rang sechs mit nur 2:14 Minuten Rückstand auf Alaphilippe. "Es schadet nicht, wenn man ein bisschen unter dem Radar fährt", sagte Buchmann auch nach seinen beeindruckenden Auftritten am Tourmalet und in Foix Prat d'Albis in den Pyrenäen. Für den bisher einzigen deutschen Tour-Sieger Jan Ullrich hat Buchmann "das Zeug zu einem echten Champion", Tour-Direktor Christian Prudhomme lobte Buchmann: "Es ist schon lange her, dass man einen Deutschen von dieser Qualität gesehen hat im Kampf um das Gesamtklassement."

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema