Sport

Der Fluch des 69. Weltcup-Podiums Riesch fehlt ein Wimpernschlag

38nr1250.jpg6706749077583060524.jpg

Maria Höfl-Riesch bleibt vorerst bei 69 Podiumsplatzierungen im Ski-Weltcup stehen.

(Foto: dpa)

Zum dritten Mal in Serie verpasst Maria Höfl-Riesch ihr 70. Weltcup-Podest knapp. Bei der Super-Kombi in St. Moritz fehlen elf Hundertstel, was sie "natürlich schade" findet. Eine starke Leistung zeigt Lena Dürr als Sechste - wie auch die überlegene Siegerin aus Slowenien.

Maria Höfl-Riesch stand im Zielraum der Eiskammer St. Moritz und zuckte ratlos mit den Schultern. Im Super-G hatte die Doppel-Olympiasiegerin zu Beginn der Super-Kombination noch aufgetrumpft und rutschte ausgerechnet in ihrer Paradedisziplin Slalom als Vierte noch vom Podestplatz.

"Es ist natürlich schade. Wenn ich elf Hundertstel schneller bin und Dritte, dann ist es ok", resümierte die 28-Jährige. "So ist es schon eine kleine Enttäuschung, aber trotzdem ist ein vierter Platz nicht schlecht." Bei Schneefall und bitterkalten Minusgraden blieb sie immerhin noch zwei Ränge vor ihrer Teamkollegin Lena Dürr, die ihr bestes Weltcup-Resultat einstellte.

Anerkennend nickte Höfl-Riesch mit dem Kopf, als oberhalb des Schweizer Nobel-Skiorts Tina Maze zu ihrem dritten Saisonerfolg über die Ziellinie rauschte. "Das Beängstigende ist, dass sie sonst schwächer anfängt und dann immer stärker wird. Jetzt ist sie wirklich in einer Superform und in allen Disziplinen ganz vorne", lobte sie die Gesamt-Weltcupführende aus Slowenien.

Der Schwung im Schlussabschnitt fehlt

Um es selbst nach ganz oben zu schaffen, fehlte Höfl-Riesch der letzte Schwung im Schlussabschnitt, wo sie auf die Österreicherinnen Nicole Hosp als Zweite und Kathrin Zettel auf Rang drei deutlich verlor. "Maria hat im unteren Teil acht Zehntel bekommen, das ist schon eine ganz schöne Menge Holz für eine Slalomfahrerin", analysierte Alpin-Direktor Wolfgang Maier das Gesamtergebnis. "Besonders erfreulich ist es nicht. Nach guter Ausgangsposition hätte ich schon gedacht, dass wir uns auf dem Podium positionieren. Da bin ich jetzt überrascht, aber es ist auch kein Beinbruch."

Während Höfl-Riesch nach dem Super-G noch mit einem Mini-Rückstand von fünf Hundertstel auf Rang drei hinter Maze lag, kämpfte sich Dürr von Rang elf nach vorne und wurde das dritte Mal in ihrer Karriere Sechste. "Ich bin auf jeden Fall zufrieden, dass ich das im Slalom runtergebracht habe", meinte die 21-Jährige.

Vor allem durch die Leistung im Super-G darf aber auch Höfl-Riesch reichlich Mut für das Rennen in dieser Disziplin am Samstag mitnehmen. Nach drei Siegen von Lindsey Vonn in Lake Louise hatte sie ihre amerikanische Dauer-Rivalin, die im Slalom ausschied, erstmals wieder hinter sich gelassen. "Es ist ein gutes Gefühl, dass nach langer Zeit mal wieder jemand schneller war im Speed als sie", meinte die Partenkirchenerin. "Aber trotzdem ist sie das Maß der Dinge."

"Pillepalle" reicht für Vonn nicht

Dennoch liegt Vonn schon 187 Punkte hinter der derzeit überragenden Maze. "Da muss sie sich schon heuer warm anziehen, wenn sie weiter so pillepalle fährt", sagte Maier über die viermalige Gesamtweltcupsiegerin aus den USA. "Ich glaube nicht, dass es nur mit Abfahrt und Super-G klappen wird. Da musst du dich schon auf den Hintern setzen."

Aufbauarbeit hat auch noch Gina Stechert vor sich. Nach ihrem Hochgefühl über die beim Comeback geschaffte WM-Qualifikation in Lake Louise stiefelte die Oberstdorferin mit einem gequälten Lächeln davon. Im Super-G reichte es nur zu Rang 37, so dass die Oberstdorferin auf den Slalom aus Schutz für ihr nach einem Kreuzbandriss genesenes Knie verzichtete. "Das lasse ich, weil mir im Slalom das Knie eh nicht so gut tut", sagte die Speedspezialistin, die nach eigenen Angaben auch beim Super-G nicht teilnimmt. "Da die Lena deutlich vor mir war, wird sie im Super-G starten."

Quelle: ntv.de, dpa