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Von wegen Gentleman Roger Federer war seinen Eltern peinlich

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Federer plant, 2021 zurückzukehren.

(Foto: REUTERS)

Nach einer Knieoperation arbeitet Roger Federer an seinem Comeback. Der Tennis-Maestro gilt als Gentleman auf dem Feld, doch das war offenbar nicht immer so. Als junger Spieler trieb er seine Eltern fast dazu, seine Turniere zu boykottieren.

Roger Federer eilt der Ruf des Gentlemans voraus. Der Schweizer Tennisprofi ist mit 20 Erfolgen bei den Australian Open, French Open, Wimbledon und US Open nicht nur Grand-Slam-Rekordsieger, sondern gilt dabei auch als überaus höflich und zuvorkommend. Doch das war offenbar nicht immer so - und ging sogar so weit, dass sich seine Eltern für den jungen Federer geschämt haben.

So erzählt der 38-Jährige im Gespräch mit dem "Zeit Magazin", dass sie ihm irgendwann gesagt hätten: "Wenn du so weitermachst, kommen wir nicht mehr mit dir auf Tour, das ist ja peinlich." Während andere Profis wegen missglückter Aufschläge, verpatzter Returns oder verlorener Matches schon mal mit ihrem Schläger so lange auf den Platz einprügeln, bis das Arbeitsgerät in seine Einzelteile zerbricht, sind dem von Fans als "Maestro" bezeichneten Federer solche Szenen fremd. Heute zumindest.

Als junger Spieler zerstörte auch Federer, der 2001 in Mailand seinen ersten von bislang 103 Einzeltiteln gewann, so manchen Schläger. Das sei auch das Jahr gewesen, in dem ihm bewusst geworden sei, dass es so nicht weitergehen könne. Federer habe sich daraufhin die Hilfe eines Psychologen gesucht. "Das war ein extrem langwieriger Prozess", schilderte er dem Magazin seine Erfahrungen: "Erst zwei Jahre später habe ich wirklich gewusst, wie ich mich auf dem Platz verhalten muss, um einerseits nicht zu gleichgültig und andererseits nicht immer gleich auf 180 zu sein."

Behalten habe er aber die Angewohnheit, auf dem Platz Selbstgespräche zu führen. "Man muss manchmal mit sich selber reden, um sich abzulenken, um sich neu zu konzentrieren", sagte er. Legendär ist inzwischen die Angewohnheit des 38-Jährigen, sich selbst mit einem lauten "Come on" anzutreiben. Diese Eigen-Motivation braucht es auch aktuell - nicht nur, weil die Tennis-Saison angesichts der Corona-Krise bislang vor allem aus Verschiebungen, Absagen und Neuansetzungen besteht. Sondern auch, weil der Schweizer nach einer Knieoperation an seinem Comeback arbeitet und dabei im Juni nach eigenen Angaben "einen Rückschlag erlitten" habe.

Quelle: ntv.de, tsi mit sid

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