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"Weit hinter Erwartungen" Russland lässt Straf-Deadline verstreichen

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Die russische Hochspringerin Marija Lassizkene wurde als neutrale Athletin Weltmeisterin - auch ihr droht nun der Ausschluss.

(Foto: imago images/ITAR-TASS)

Wegen wiederholter Verstöße gegen die Anti-Doping-Regeln muss der russische Leichtathletik-Verband bis zum 1. Juli eigentlich fünf Millionen Euro Strafe zahlen. Tut er aber nicht. Der Weltverband zeigt sich enttäuscht und kann nun mit umso drastischeren Mitteln reagieren.

Der russische Leichtathletik-Verband Rusaf hat die vom Weltverband World Athletics verhängte Geldstrafe nicht gezahlt. Dies bestätigte World Athletics. Russlands Topstars um Hochsprung-Weltmeisterin Marija Lassizkene droht ein internationales Startverbot und womöglich das Olympia-Aus für Tokio. Die Rusaf hätte bis zum 1. Juli fünf Millionen Dollar (4,46 Millionen Euro) überweisen müssen, sah sich dazu aber nicht in der Lage. Das Council des Weltverbandes will Ende Juli über den Fall beraten.

"Wir sind uns darüber bewusst, dass dies schwierige Zeiten sind, aber wir sind sehr enttäuscht über den mangelnden Fortschritt, den die Rusaf im Hinblick auf die im März gestellten Anforderungen erzielt hat", sagte World-Athletics-Präsident Sebastian Coe: "Wir hatten Zusicherungen und haben gehofft, dass Veränderungen vorgenommen werden. Die Erfahrung der russischen Taskforce unter dem Vorsitz von Rune Andersen zeigt jedoch, dass diese weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist."

Bereits am Mittwoch hatte Jewgeni Jurtschenko, Präsident der seit 2015 wegen des russischen Dopingskandals suspendierten Rusaf der Nachrichtenagentur Tass gesagt: "Wir haben das Geld leider nicht auftreiben können." Jurtschenko, der an den "gesunden Menschenverstand seitens World Athletics" appellierte und die "schwierige wirtschaftliche Situation in der Welt" angesichts der Coronakrise anführte, wolle weiter mit dem Weltverband über eine Stundung verhandeln. World Athletics hatte aber bereits Mitte Juni eine Bitte um Aufschub abgelehnt.

World Athletics hatte die Rusaf im März wegen wiederholter Verstöße gegen die Anti-Doping-Richtlinien zu einer Strafzahlung von zehn Millionen Dollar verurteilt. Sollte die Rusaf bis zum Stichtag nicht die geforderte Rate von fünf Millionen Dollar zahlen (der Rest wäre auf Bewährung ausgesetzt worden), würde das bisherige System kassiert werden, das nachweislich unbelasteten russischen Athleten wie Lassizkene Starts als neutrale Athleten gestattet. World Athletics hatte im Juni noch einmal klargestellt, dass bei Nichtleistung den nach den jüngsten wiederholten Manipulationsvergehen ohnehin nur noch zehn erlaubten neutralen Athleten das Startrecht entzogen wird. Neben Lassizkene sind davon unter anderem Stabhochsprung-Weltmeisterin Anschelika Sidorowa und der frühere Hürdensprint-Weltmeister Sergej Schubenkow betroffen.

Quelle: ntv.de, tsi/sid