Sport

"Hatte so viel Wucht" SUV-Fahrer verletzt mehrere Radprofis

imago0048950412h.jpg

Mehrere Fahrer des Radsportteams Bora-hansgrohe befinden sich nach eine Trainingsunfall im Krankenhaus.

(Foto: imago images/Sirotti)

Das deutsche Profi-Radsportteam Bora-hansgrohe erleidet einen Schock: Bei einer Trainingsfahrt kollidieren mehrere Fahrer mit einem Auto, drei Profis müssen ins Krankenhaus eingeliefert werden, blieben aber bei Bewusstsein. Zwei Unfallopfer von 2020 stehen vor einem Comeback.

Schrecksekunde im Trainingslager: Mehrere Fahrer des deutschen Profi-Radsportteams Bora-hansgrohe sind bei einer Ausfahrt in einen Unfall mit einem Auto verwickelt worden. Wie der Rennstall via Twitter mitteilte, wurden Rüdiger Selig, Andreas Schillinger und der Niederländer Wilco Kelderman ins Krankenhaus gebracht, alle drei seien bei Bewusstsein.

Der 29 Jahre alte Kelderman, der als Kapitän für die Tour de France vorgesehen ist, habe sich eine Gehirnerschütterung und eine Rückenwirbelfraktur zugezogen. Schillinger erlitt Frakturen "der Querfortsätze an der Hals- und Brustwirbelsäule". Für die gesamte Gruppe, die am Gardasee gemeinsam trainiert hatte, sei es ein "dramatisches Ereignis" gewesen, sagte Ralph Scherzer vom Team Bora dem SID, "es hätte aber noch schlimmer ausgehen können."

"Das war der schlimmste Unfall"

Ähnlich sieht es auch Marcus Burghardt, der den Zusammenstoß aus nächster Nähe erlebte. "Drei Kilometer hinter unserem Hotel kommt plötzlich ein SUV hinter einer Mauer herausgeschossen. Wir hatten überhaupt keine Zeit zu reagieren", sagte er dem Münchner Merkur und der tz: "Ich habe in meiner Karriere jetzt schon viele Stürze erlebt, aber das war der schlimmste. Einfach weil es so eine Wucht hatte und alles so schnell ging."

Noch keine Informationen gibt es darüber, wie lange das Trio ausfällt. Bisher geht Bora von konservativen Behandlungen der Verletzungen von Schillinger und Kelderman aus, Operationen sind aber nicht ausgeschlossen. Beide Fahrer waren am Sonntag bereits auf dem Weg nach Hause.

Fachmedien berichteten, dass insgesamt sieben Bora-Fahrer angefahren worden seien. Bei den Bora-Profis, die ins Hotel zurückkehren konnten, handele es sich um Maximilian Schachmann, Marcus Burghardt, Anton Palzer, und Michael Schwarzmann, dies berichtete "cyclingnews.com". Das Quartett sei weitgehend mit dem Schrecken davongekommen.

Unfallopfer von 2020 vor Comeback

Jüngst hatten die Radprofis Remco Evenepoel und Fabio Jakobsen vom Team Deceuninck-Quick Step erklärt nach ihren Horrorstürzen im Jahr 2020 ihre Rückkehr zu planen. Während der 24 Jahre alte Jakobsen sich aber wohl noch länger wird gedulden müssen, könnte Evenepoel schon im Februar wieder mit dem Teamtraining beginnen. Der Belgier war bei der Lombardei-Rundfahrt im August fast zehn Meter tief von einer Brücke gefallen und hatte sich dabei unter anderem einen Beckenbruch zugezogen.

Jakobsen hatte es bei seinem Sturz bei der Polen-Rundfahrt Anfang August noch schlimmer erwischt: Im Schlusssprint der ersten Etappe war er von seinem Landsmann Dylan Groenewegen bei einer Geschwindigkeit von über 80 km/h ins Absperrgitter gedrückt worden und hatte dabei lebensgefährliche Verletzungen erlitten.

Das Team Bora-hansgrohe hatte zuletzt für Aussehen gesorgt, als Radprofi Emanuel Buchmann bekannt gab, auf einen Start bei der kommenden Tour de France verzichten und sich stattdessen auf den Giro d'Italia konzentrieren zu wollen. "Die Tour-Strecke ist in diesem Jahr nicht für mich gemacht mit den Zeitfahren und den wenigen Bergankünften. Das Team und ich haben entschieden, dass die Chance beim Giro größer ist, dass ich aufs Podium und vorne reinfahre", sagte Buchmann, der bei der Tour 2019 auf Platz vier, bei der Tour 2020 nach einem Sturz kurz zuvor aber weit hinterhergefahren war.

Quelle: ntv.de, dbe/ter/sid