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Peter Sagan triumphiert im Schlussspurt deutlich.
Peter Sagan triumphiert im Schlussspurt deutlich.(Foto: imago/Belga)
Mittwoch, 11. Juli 2018

Deutsche werden abgehängt: Sagan siegt - und bricht Zabel-Rekord

Der Weltmeister ist der Schnellste auf der fünften Etappe der Tour de France: Der Slowake Peter Sagan kann damit schon zum insgesamt zehnten Mal bei dem Radklassiker einen Tagessieg erringen. Die Deutschen haben mit dem Rennausgang nichts zu tun.

Die Berg- und Talfahrt durch die Bretagne gewonnen, den Rekord von Erik Zabel gebrochen: Weltmeister Peter Sagan hat mit seinem zweiten Tageserfolg bei der 105. Tour de France das frühere deutsche Sprintidol als Rekordträger des Grünen Trikots überflügelt. Der Radsport-Superstar vom deutschen Team Bora-hansgrohe gewann die 204,5 Kilometer lange fünfte Etappe nach Quimper und wird am Donnerstag zum 90. Mal das "Maillot vert" auf seinen Schultern tragen - einmal mehr als Zabel. Ein Rekord?", sagte Sagan auf Nachfrage etwas überrascht: "Das ist gut. Wenigstens habe ich jetzt mal einen Rekord bei der Tour."

Der deutsche Klassiker-Spezialist John Degenkolb war im Etappenfinale bereits abgehängt und hatte nichts mit der Entscheidung zu tun. "Ich habe damit gerechnet, dass es zu schwierig für mich sein könnte. Es gibt keinen Grund, unzufrieden zu sein. Ich hatte auch keine guten Beine", sagte Degenkolb. Auch für die reinen Sprinter wie Marcel Kittel war das Profil der bislang hügeligsten Etappe zu schwierig, der 14-malige Etappensieger fiel schon 70 Kilometer vor dem Ziel aus dem Hauptfeld zurück, später erwischte es auch Andre Greipel.

Sagan dagegen zeigte im anspruchsvollen Finale keine Schwächen, er siegte letztlich souverän vor dem Italiener Sonny Colbrelli (Bahrain-Merida) und Philippe Gilbert aus Belgien (Quick-Step Floors). Jubelnd schlug er sich mit beiden Fäusten auf die Brust. Das Gelbe Trikot verteidigte der belgische Olympiasieger Greg Van Avermaet (BMC Racing) als Etappensiebter erfolgreich.

Sagans Konkurrent Matthews muss aussteigen

Einen Bestwert Zabels hat Sagan derweil noch nicht egalisiert: Der Deutsche ist mit sechs Erfolgen nach wie vor Rekordgewinner des Grünen Trikots. Sagans Chancen auf seinen sechsten Triumph stiegen aber nicht nur durch das herausragende Tagesergebnis. Der Australier Michael Matthews, im Vorjahr zweimaliger Etappensieger und Gewinner der Punktewertung, ging aufgrund einer Magen-Darm-Erkrankung mit hohem Fieber nicht mehr an den Start.

Die ersten beiden Rennstunden nach dem Start in Lorient waren noch recht unspektakulär verlaufen. Eine siebenköpfige Fluchtgruppe ohne Deutsche hatte sich kurz nach dem Start vom Feld abgesetzt, darunter war auch Tour-Rekordteilnehmer Sylvain Chavanel (Frankreich/Direct Energie), der bei seiner 18. Großen Schleife schon am vergangenen Sonntag als Solist Reißaus genommen hatte. Als zur Rennhälfte das Auf und Ab mit fünf Bergwertungen der dritten und vierten Kategorie begann, wurde die Gruppe zunehmend kleiner. Parallel dazu wurde auch im dezimierten Hauptfeld das Tempo durch Sagans Bora-Team und der BMC-Mannschaft von Van Avermaet verschärft, Kittel und Co. waren die Leidtragenden. Sagan hielt sich anders als die Deutschen stets an der Spitze auf. Auch nach der letzten Hürde, der Cote de la montagne de Locronan (3. Kategorie) rund 20 Kilometer vor dem Ziel, blieb er mit Siegchancen vorne und vollstreckte.

Kittel, Greipel und die weiteren Sprinter verbringen am Donnerstag einen vergleichsweise unspektakulären, wenngleich fordernden Arbeitstag. Die 181 Kilometer lange sechste Etappe von Brest zur Mur-de-Bretagne bietet keine Chance auf einen klassischen Massensprint. Der giftige Schlussanstieg garantiert dennoch ein packendes Finish, denn er muss gleich doppelt bewältigt werden.

Quelle: n-tv.de