Sport

Tennis-Diva zurück bei US Open Scharapowa verdreht New York den Kopf

imago29325907h.jpg

Nach ihrem Comeback hat Maria Scharapowa mit Verletzungen zu kämpfen.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Maria Scharapowa ist zurück auf der Grand-Slam-Bühne: Die Russin tritt dank einer Wildcard erstmals seit ihrer Dopingsperre zum Major Turnier an. Ob sie die erste Runde übersteht, ist fraglich, doch ohne Zweifel: Die Tennis-Diva beschert den US Open jede Menge Glamour.

Das Beste ist für eine Maria Scharapowa gerade gut genug. Besonders, wenn es um das Comeback der Tennis-Diva im Big Apple geht. Der einstige Kreativchef der Edelmarke Givenchy, Riccardo Tisci, entwarf das Scharapowa-Outfit für die berühmten Night Sessions der am Montag startenden US Open.

*Datenschutz

Es ist schwarz, es ist mit Spitzeneinlässen verziert - und die Swarovski-Steine werden im gleißenden Scheinwerferlicht von Flushing Meadows so richtig zur Geltung kommen. "Ich möchte einen Hauch von Eleganz zu dem Gefühl ergänzen, das ich habe, wenn ich auf den Platz laufe", sagte Scharapowa und meinte: "Schon 2006 habe ich mich in New York mit meinem schwarzen Kleid genau so gefühlt." Vor elf Jahren gewann die große Blonde das schrillste der vier Grand-Slam-Turniere.

Hammer-Auftaktlos gegen Halep

Doch aus einem ganz anderen Grund ist für Scharapowa die Rückkehr etwas Spezielles. Die US Open sind das erste Major-Event nach ihrer 15-monatigen Sperre wegen Meldonium-Missbrauchs. Dass es in ihrem ersten Grand-Slam-Match seit Januar 2016 gegen die an Position zwei gesetzte Simona Halep geht, macht Scharapowas Comeback noch interessanter. Allerdings geht French-Open-Finalistin Halep als klare Favoritin in die Partie, denn die Russin hat seit dem Ablauf ihrer Sperre im April nur acht komplette Matches bestritten, von denen sie sechs gewann. Doch die 30-Jährige wurde von einer Oberschenkel- und einer Arm-Blessur zurückgeworfen, was auch einen Start in der Wimbledon-Qualifikation unmöglich machte. In New York steht die fünfmalige Major-Siegerin Scharapowa, im WTA-Ranking derzeit nur noch die Nummer 147, dank einer Wildcard im Hauptfeld.

"Ich fühle mich ständig verletzbar"

"Maria ist sehr motiviert und will es ganz besonders gut machen", sagte die ehemalige Nummer eins Kim Clijsters. Viel wichtiger scheint Scharapowa in ihrer zweiten Karriere aber die Liebe der Fans zu sein. Längst wirkt "Mascha" nicht mehr so eiskalt wie früher. Scharapowa gibt mehr von sich preis - und gewährt Einblicke in ihr Seelenleben. "Ich fühle mich ständig verletzbar. Und die Wände, die ich um mich herum errichtet habe, sind nicht annähernd so undurchdringbar, wie die Leute glauben", schrieb sie jüngst für das Internetportal theplayerstribune.com und gab zu: "Die Dinge kommen durch - und ich fühle mich entsprechend."

Scharapowa, die Verletzliche. Die Frau, bei der die Grenzen zwischen Arroganz, gesundem Selbstvertrauen und Selbstschutz zu verschwimmen scheinen. Ihre Fokussierung auf dem Court, auf den Übungsplätzen der Bollettieri-Akademie in Florida in frühester Jugend antrainiert, bestimmt wie nichts anderes ihre Attitüde. "Ich mag es, dass mich eine geheimnisvolle Aura umgibt", verriet sie. Allerdings kennt Scharapowa auch die negativen Folgen. Manchmal gebe es "Überschneidungen bei Menschen, die denken, man habe etwas Geheimnisvolles an sich, und Leuten, die glauben, man sei unverwundbar".

Ihren Kritikern - und davon gibt es gerade im Kreis der Kolleginnen nicht wenige - begegnet Scharapowa mit offenem Visier. Mit "Würde", wie sie es nennt. Und mit einer besonderen Hoffnung. "In meinem Herzen habe ich wirklich so viel Respekt und Bewunderung für jeden auf der Tour - auch für meine Kritiker", behauptete die zweimalige French-Open-Siegerin. Letztlich hoffe sie, dass jene "ihre Meinung über mich ändern". Und wenn nicht? Scharapowa wird es verschmerzen.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema