Sport

Doping mit Wachstumshormon? Schiedsgericht entlastet Sinkewitz

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Ein Foto aus besseren Tagen: Sinkewitz bei einer Siegerehrung 2009.

(Foto: ZB)

Radprofi Patrik Sinkewitz darf ab sofort wieder an Wettkämpfen teilnehmen. Das Deutsche Sportschiedsgericht kann einen Dopingmissbrauch des Sportlers nicht belegen und spricht ihn daher frei. Die Nationale Anti Doping Agentur ist mit dem Schiedsspruch nicht zufrieden und will den Fall vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS bringen.

Das Deutsche Sportschiedsgericht (DIS) hat Radprofi vom Vorwurf des Dopings mit dem Wachstumshormon HGH freigesprochen. Damit hat das DIS eine Klage der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) abgewiesen, die eine lebenslange Sperre und eine Geldstrafe für Sinkewitz gefordert hatte. Sinkewitz, der als Wiederholungstäter bestraft würde, hat die Einnahme der Präparate stets bestritten. Einzelschiedsrichter Willi Erdmann erklärte in der Begründung des Urteils, das Gericht habe den Dopingmissbrauch nicht belegen können. Die "erforderliche wissenschaftliche Verlässlichkeit der in den HGH-Guidelines der WADA festgelegten Grenzwerte" sei nicht ausreichend nachgewiesen worden.

Mit diesem Schiedsspruch ist die NADA "nicht einverstanden", sie wird den Fall vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS bringen. "Es ist insbesondere nicht geklärt worden, warum im Blut von Herrn Sinkewitz diese hohen Werte gemessen wurden. Deshalb gehen wir in die zweite Instanz", sagte NADA-Chefjustiziar Lars Mortsiefer.

Sinkewitz darf ab sofort wieder an Wettkämpfen teilnehmen. Der 31-Jährige war Mitte März 2011 vom Radportweltverband UCI suspendiert worden. Sein italienisches Team Farnese Vini hatte ihn nach Bekanntwerden der positiven A-Probe, die ihm am 27. Februar beim Grand Prix Lugano vor dem Start entnommen worden war, entlassen. Sinkewitz war bereits am 8. Juni 2007 positiv auf Testosteron getestet worden. Der Fall, der während der Tour de France publik wurde, hatte seinerzeit für große Aufregung gesorgt. Die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender hatten sich daraufhin mit sofortiger Wirkung aus der umfassenden Live-Berichterstattung zurückgezogen.

Quelle: ntv.de, sid

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