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Handball-Verband passt EM anSigurdssons Wutrede vor Deutschland-Spiel hat Folgen

30.01.2026, 14:30 Uhr
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Der Spielplan der Handball-Europameisterschaft ist eine Hatz. Zu viele Spiele, zu wenig Freizeit, da sind sich viele einig. Doch Kroatiens Nationaltrainer platzt nun der Kragen, er lässt sich in einer Wutrede über den Verband aus. Der reagiert nun mit Versprechen für die Zukunft.

Die Europäische Handballföderation (EHF) hat am Tag nach der scharfen Kritik von Kroatiens Nationaltrainer Dagur Sigurdsson am EM-Spielplan Anpassungen bei künftigen Turnieren angekündigt. Der Ex-Bundestrainer muss am Abend (17.45 Uhr/ARD, Dyn und im Liveticker auf ntv.de) gegen die deutsche Mannschaft um den Einzug ins Finale der Handball-EM kämpfen. Und das, obwohl seine Kroaten stressige Tage hinter sich haben: Zweimal innerhalb von 24 Stunden gespielt, der freie Tag danach war der Reisetag. Das soll so in Zukunft nicht mehr vorkommen.

Bereits ab der EM 2026 der Frauen sollen Reise- und Ruhetage klar voneinander getrennt werden. Für die Männer-EM 2028 schließt der Verband Spiele für eine Mannschaft an zwei aufeinanderfolgenden Tagen aus. Sigurdsson, der 2016 mit dem deutschen Team EM-Gold geholt hatte, hatte die bisherige Planung in einer bemerkenswerten Wutrede gegen den Verband angeprangert. Er sprach von einem "Zirkus" und bezeichnete die EM-Organisation als "absolute Schande".

Während die Halbfinalisten der deutschen Hauptrundengruppe 1 zwischen ihrem sechsten und siebten Spiel bei dieser EM einen Tag Pause hatten, mussten Kroaten und Isländer in Gruppe 2 zweimal innerhalb von 24 Stunden spielen. Am Tag danach mussten sie von ihrem Spielort Malmö gut vier Stunden mit dem Bus nach Herning fahren.

"Wie Tiefkühlhähnchen" im Bus

Sigurdsson hatte gemeckert, seine Spieler seien "wie Tiefkühlhähnchen" in den Bus gesteckt worden. Die EHF hatte er mit einem Fast-Food-Unternehmen verglichen, das nur verkaufe, aber keine Verantwortung für Spieler oder Teams übernehme. Deutschland und Dänemark absolvieren ihr komplettes Turnier in der dänischen Handball-Hauptstadt.

Deutschlands Kapitän hatte schon vor der Brandrede Sigurdssons im ZDF sein Mitleid mit dem Konkurrenten geäußert: "Die anderen Mannschaften haben schon meinen Respekt und tun mir auch ein bisschen leid. Die mussten gestern spielen, die müssen heute spielen und morgen reisen. Das ist ein hammerhartes Programm. Ich hoffe, dass alle Spieler fit bleiben und wir ein Spiel auf allerhöchstem Niveau erleben. Und dass am Ende kein großes Thema wird."

Änderungen für Männer und Frauen

Laut EHF seien die Abläufe stets frühzeitig in Zusammenarbeit mit den Ausrichtern festgelegt worden, Doppelspieltage habe es auch bei früheren Turnieren gegeben. Für die Frauen-EM 2026 in Polen, Rumänien, Tschechien, der Slowakei und der Türkei werde man Reise- und Spieltage nun aber trennen. Bei der Männer-EM 2028 in Spanien, Portugal und der Schweiz soll es keine Spiele an aufeinanderfolgenden Tagen mehr geben.

Darüber hinaus laufen Gespräche über die Einführung eines Viertelfinales ab der Frauen-EM 2028 in Skandinavien. Dadurch sollen die bisherigen neun Spiele pro Team erhalten bleiben, aber zwischen den Partien soll stets mindestens ein Ruhetag liegen.

Quelle: ntv.de, ara/ter/sid

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