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Rekord bei 60. Schanzentournee Ski-Adlern winkt Millionenprämie

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Vorjahressieger Thomas Morgenstern beim Springen in Bischofshofen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Vierschanzentournee feiert ihre 60. Auflage und lockt mit einer Rekordprämie. Für eine perfekte Tournee mit vier Siegen gibt es eine Million Schweizer Franken. Dafür ernten die Veranstalter jedoch auch Kritik. Die deutschen Ski-Adler zählen ohnehin nicht zu den Favoriten - doch die Hoffnungsträger Severin Freund und Richard Freitag wollen aufs Podest.

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Bundestrainer Schuster hält den Mythos für wichtiger als Geld.

(Foto: picture alliance / dpa)

Ein Sack voller Geld statt ein Korb voller Präsente: Die Rekordprämie von einer Million Schweizer Franken für den Grand Slam soll die Skispringer bei der 60. Vierschanzentournee zu neuen Höchstleistungen antreiben. Doch dafür ernten die Veranstalter nicht nur Lob. "Für einen Sieg in Harrachov bekommt der Springer 8000 Euro. Wenn er bei der Tournee vier Siege schafft, gibt es 800.000 Euro - das ist einhundert Mal so viel. Das ist schon eher bedenklich, dass hier so eine große Spanne herrscht", sagt Werner Schuster vor dem Auftaktspringen am Freitag in Oberstdorf.

Für den Bundestrainer ist der Mythos, wie zuvor nur Sven Hannawald alle vier Wettbewerbe in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen zu gewinnen, ohnehin deutlich reizvoller als der Jackpot. "Es wäre wichtig, dass die Sportler, die Woche für Woche eine Top-Show bieten, auch wirklich belohnt werden", sagt Schuster und erinnert an den Fall Michael Neumayer, der 2008 Gesamtdritter wurde und dafür nicht viel mehr als ein paar warme Worte erhielt. "Der Dritte bekommt einen Händedruck und der Erste vielleicht eine Million? Ich glaube es wäre besser, das Gesamtlevel insgesamt etwas zu heben", sagte Schuster: "Aber als Marketingsmaßnahme ist das eine tolle Sache."

"Gott sei Dank sind es Franken"

Das Preisgeld wurde vom Organisationskomitee sowie den Skiverbänden aus Österreich und Deutschland ausgerufen, um die Attraktivität der Tournee zu steigern. "Wir möchten einen ganz besonderen Reizpunkt setzen", sagte Alfons Schranz, Präsident der Vierschanzentournee aus Innsbruck. Für einen "normalen" Tourneesieg gibt es immerhin noch 20.000 Schweizer Franken (16.200 Euro) extra.

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Martin Schmitt geht in seine 16. Vierschanzentournee.

(Foto: dpa)

Für den viermaligen Olympiasieger Simon Ammann ist die Einführung des Preisgeldes die richtige Entscheidung. "Man hätte schon viel früher auf diese Idee kommen sollen. Wer so eine schwierige Aufgabe schafft, der hat es auch verdient, so eine Prämie zu bekommen", sagte der Schweizer, der die Tournee selbst noch nie gewinnen konnte, nun aber einen zusätzlichen Anreiz hat: "Die Prämie ist ja Gott sei dank in Schweizer Franken. Da ist der Wert stabil."

Hoffnungsträger Freund und Freitag

Das deutsche Aufgebot führen Siegspringer Richard Freitag (Aue), Hoffnungsträger Severin Freund (Rastbüchl) und Rückkehrer Martin Schmitt (Furtwangen) an. Bundestrainer Schuster nominierte insgesamt zwölf Springer. Auf der Schattenbergschanze dabei sind auch die Weltcup-Starter Pascal Bodmer (Meßstetten), Stephan Hocke (Schmiedefeld), Maximilian Mechler (WSV Isny), Michael Neumayer (Berchtesgaden), Felix Schoft (Partenkirchen) und Andreas Wank (Oberhof). Für die beiden Heimspringen in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen bilden zudem Markus Eisenbichler (Siegsdorf), Daniel Wenig (Berchtesgaden) und David Winkler (Winterberg) die nationale Gruppe.

Die deutschen Erwartungen an die Tournee sind so hoch wie lange nicht mehr. "Severin Freund und Richard Freitag sind in der Lage, bei jedem einzelnen Springen um einen der Podestplätze mitzukämpfen. Mit entsprechend breiter Brust wollen wir nun in die Tournee starten", sagte Schuster, der erst nach den Wettbewerben in Deutschland auf die Gesamtwertung schauen will. Der 20 Jahre alte Freitag drückt trotz seines Sieges Anfang Dezember in Harrachov noch auf die Euphoriebremse. "Mein Ziel für die Tournee ist es, mich weiterhin unter den zehn besten Skispringern der Welt festzusetzen. Um ganz nach vorne zu kommen, muss einfach alles zusammenpassen", sagte der Shootingstar aus Aue.

Die 60. Tournee beginnt am 29. Dezember mit der Qualifikation in Oberstdorf und endet am 6. Januar nach den weiteren Stationen Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck in Bischofshofen. Vorjahressieger ist der Österreicher Thomas Morgenstern, der wie Weltcup-Spitzenreiter Andreas Kofler und Gregor Schlierenzauer (beide Österreich) zu den Favoriten gehört.

Quelle: ntv.de, sid

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