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Biden gedenkt 20-jährigen Opfers Spielabsagen nach tödlichen Polizeischüssen

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Einen Tag, nachdem Daunte Wright von einer Polizistin erschossen wurde, versammeln sich Demonstranten vor der Polizeistation von Brooklyn Center, Minnesota.

(Foto: REUTERS)

Erneut wird in den USA ein Schwarzer von der Polizei erschossen. Nach massiven Protesten reagieren auch die Top-Sportligen, die NBA, NHL und MLB sagen Spiele ab und gedenken des 20-jährigen Daunte Wright. US-Präsident Joe Biden erinnert an "Schmerz, Wut und Trauma" des "Schwarzen Amerika".

Nach dem erneuten Tod eines Schwarzen bei einem Polizeieinsatz im US-Bundesstaat Minnesota sind Spiele der dort beheimateten Profi-Teams in der NBA, NHL und MLB abgesagt worden. Nach der Entscheidung in der Major League Baseball, die Partie der Minnesota Twins mit dem Berliner Max Kepler im Kader gegen die Boston Red Sox wegen Sicherheitsbedenken abzusagen, folgten kurz darauf auch die NBA und die NHL.

In der NBA hätten die Minnesota Timberwolves am Montagabend gegen die Brooklyn Nets Basketball gespielt, in der National Hockey League ist die Begegnung der Minnesota Wild um den Augsburger Nico Sturm gegen die St. Louis Blues betroffen.

Die NHL begründeten die Entscheidung mit dem Respekt vor der Gemeinde und setzte die Begegnung für den 12. Mai neu an. Einen neuen Termin für die MLB-Partie und das Duell der Timberwolves mit den Nets gibt es noch nicht. "Die Entscheidung zur Verschiebung wurde von der NBA nach Rücksprache mit der Timberwolves-Organisation sowie lokalen und staatlichen Beamten getroffen. Unsere Gedanken bleiben in dieser schwierigen Zeit bei der Familie und den Freunden von Daunte Wright", sagte die NBA in einer Erklärung.

Am Sonntag war der 20 Jahre alte Wright bei einer Verkehrskontrolle von der Polizei getötet worden. Wright starb durch eine Schusswunde in der Brust. Nach Angaben des Gerichtsmediziners des Hennepin County wurde die Todesart als Totschlag eingestuft.

"Schmerz, Wut und Trauma"

Der Polizeichef von Brooklyn Center im Norden der Metropole Minneapolis, Tim Gannon, sagte, er gehe davon aus, dass eine Polizistin versehentlich einen tödlichen Schuss abgegeben habe. Laut einer Pressemitteilung des Minnesota Bureau of Criminal Apprehension (BCA) wurde die Polizistin als Kim Potter identifiziert, die seit 26 Jahren beim Brooklyn Center Police Department arbeitet. Sie wurde als Teil der Standard-Prozedur bis auf Weiteres beurlaubt.

Der neue Todesfall löste schwere Proteste aus. US-Medien berichteten, Hunderte Demonstranten hätten nach dem Vorfall am Sonntagnachmittag (Ortszeit) ein Polizeirevier umringt. Es sei zu Zusammenstößen mit Sicherheitskräften gekommen, die unter anderem Tränengas eingesetzt hätten. Die Bürgermeister von Minneapolis und St. Paul sprachen eine Ausgangssperre für Montagabend bis zum nächsten Morgen aus.

US-Präsident Joe Biden gab am Montagabend via Twitter eine Stellungnahme zu den tödlichen Schüssen auf Wright ab und sagte, er denke an den 20-Jährigen und seine Familie "und an den Schmerz, die Wut und das Trauma, die das Schwarze Amerika jeden Tag erleben".

Nach dem Tod George Floyds in Minneapolis am 25. Mai 2020 war es in den USA monatelang zu Massenprotesten gegen Polizeigewalt und Rassismus gekommen. Dem Ex-Polizisten Chauvin wird vorgeworfen, bei dem Einsatz im vorigen Jahr sein Knie minutenlang auf George Floyds Hals gepresst zu haben, obwohl dieser sagte, er könne nicht atmen. Derzeit läuft der Gerichtsprozess zu dem Fall.

Quelle: ntv.de, dbe/dpa

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