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Zoff um Beach-Turnier in Katar Sportlerinnen dürfen im Bikini antreten

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Karla Borger und Julia Sude spielen auch mal in längerer Kleidung - dann aber wegen der Temperaturen, nicht wegen der Vorschriften.

(Foto: dpa)

Die Arbeitskleidung von Beachvolleyballerinnen ist normalerweise der Sport-Bikini. Für das Welttour-Turnier in Katar fordern die Behörden allerdings mehr Textil. Karla Borger und Julia Sude sagen die Teilnahme aus Protest ab. Jetzt gibt es eine Wende.

Nach dem Streit um Bekleidungsvorschriften und der Absage des deutschen Duos Karla Borger/Julia Sude für das Welttour-Turnier in Katar sind die Outfit-Vorgaben aufgehoben worden. Man sei der "festen Überzeugung, dass Frauen-Beachvolleyball, wie jeder andere Sport auch, nach Leistung und Einsatz und nicht nach der Spielbekleidung beurteilt werden sollte", teilte der Weltverband FIVB auf Anfrage mit. "Daher steht es den Spielerinnen während des Turniers in Doha frei, die Standard-Spielbekleidung zu tragen, wenn sie dies wünschen."

Unter den Regularien für das Turnier vom 8. bis 12. März findet sich bei den Hinweisen für die Spielbekleidung ein neuer Absatz. Dort steht unter anderem geschrieben: "Nach weiteren Gesprächen hat der QVA am 23. Februar 2021 bestätigt, dass es keine Einschränkungen für Spielerinnen gibt, die während des Events in Doha Standard-Spielbekleidung tragen wollen, sollten sie dies wünschen."

Wegen der aus ihrer Sicht nicht akzeptablen Bekleidungsvorschriften hatte das deutsche Nationalteam Borger/Sude auf einen Start beim mit 300.000 Dollar dotierten Vier-Sterne-Event verzichtet. Die katarischen Behörden hatten für die Wettkämpfe festgelegt, dass Spielerinnen in Shirts und knielangen Hosen starten sollen statt wie sonst üblich im Sport-Bikini. Das ging auch aus der Veranstaltungsordnung für das Turnier auf der FIVB-Internetseite hervor.

Premiere für Frauen in Katar

Später wies Katars Volleyball-Verband QVA entsprechende Vorgaben zurück. "Wir möchten klarstellen, dass wir keine Forderung stellen, was Athleten bei der Veranstaltung tragen sollen", hieß es. Der QVA verwies auf die World Beach Games 2019 in dem Emirat, wo Beach-Volleyballerinnen im Sport-Bikini spielten. Der Volleyball-Weltverband FIVB erklärte weiter: "Der FIVB und der QVA sind in ihrem Engagement geeint, ein einladendes, sicheres und inklusives Event zu veranstalten, das es Athleten ermöglicht, ihr Bestes zu geben."

Der Weltverband hat in diesem Jahr erstmals ein Turnier in Katar auch für Frauen in den Kalender aufgenommen. Bisher durften dort nur Männer spielen. Das Duo Laura Ludwig und Margareta Kozuch hatte - noch vor der Wende in dem Streit um Stoff - im Gegensatz zu Borger/Sude angekündigt, in Katar auch in T-Shirt und knielanger Hose aufschlagen zu wollen. "Über die Klamotten haben wir uns nicht beschwert", sagte Ludwig in einer Olympia-Podcastfolge der ARD-Sportschau. Die 35-Jährige betonte, gerne im sonst üblichen Sport-Bikini anzutreten. Es nicht zu tun, sei aber kein "Beinbruch".

Quelle: ntv.de, ino/dpa