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"Lügen haben kurze Beine" Streit um Heinevetter-Wechsel eskaliert

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Bob Hanning (l.) und Silvio Heinevetter haben sich im Moment wohl nicht mehr viel zu sagen. Stattdessen spricht die Lebensgefährtin des Torwarts.

(Foto: imago/Christian Schroedter)

Handball-Nationaltorhüter Silvio Heinevetter wechselt 2020 von den Füchsen Berlin zu MT Melsungen. So weit, so normal. Jetzt aber gibt es eine Menge Ärger, eine vorzeitige Trennung wird wahrscheinlicher. Mittendrin: Schauspielerin Simone Thomalla, die den Vorgesetzten ihres Lebensgefährten persönlich angreift.

Im Zuge des Wechsels von Handball-Nationalkeeper Silvio Heinevetter von den Füchsen Berlin zur MT Meldungen im Sommer 2020 ist ein offener Streit ausgebrochen. Heinevetter beschuldigt Füchse-Manager Bob Hanning, nicht die Wahrheit gesagt zu haben. Ein früherer Bruch scheint unausweichbar.

Auch Heinevetters Lebensgefährtin Simone Thomalla hatte sich eingeschaltet. Die TV-Schauspielerin postete bei Instagram ein Bild, auf dem ein kleines Männchen mit einem Fuchskopf und dem Hinweis "Lügen haben kurze Beine." zu sehen ist - eine kaum chiffrierte Anspielung auf den 1,68 Meter großen Hanning. "Mehr habe ich dazu nicht zu sagen!!! Manchmal braucht man halt 10 Jahre um zu verstehen...", schrieb die 54-Jährige dazu.

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Zuvor hatte sich Heinevetter über den Macher der Berliner in der "Bild"-Zeitung beklagt. "Nach wochenlangen Bemühungen meinerseits um ein Gespräch hat mir Bob Hanning zu verstehen gegeben, dass es kein unterschriftsreifes Angebot der Füchse geben wird", sagte der 34-Jährige: "Jetzt behauptet er im Nachhinein das Gegenteil." Der Torwart der deutschen Handball-Nationalmannschaft erklärte, der Klub-Chef habe ihm sogar nahegelegt, bereits im Sommer gegen eine Ablösesumme zu wechseln - und nicht erst ablösefrei nach dem Ablauf seines Vertrages.

Teuerster Spieler, durchwachsene Leistungen

Hanning reagierte gefasst. Zum Post von Thomalla sagte er: "Auf Spielerfrauen-Posts reagiere ich grundsätzlich nicht, auf diesem Niveau spiele ich nicht, weil sie mich da um Längen schlägt." Die Heinevetter-Attacke kommt für den Klub-Chef kurz vor dem Spitzenspiel gegen den THW Kiel (Donnerstag, 19 Uhr) zur Unzeit. "Vertragsgeschichten gehören grundsätzlich nicht an die Öffentlichkeit, aber nun zwingt er mich dazu", sagte Hanning: "Fakt ist: Silvio ist unser teuerster Spieler, seine Leistungen in den vergangenen anderthalb Jahren waren durchwachsen und wir sind nicht so zufrieden, wie man es von einem Weltklasse-Torhüter erwarten darf."

Heinevetter, der pro Jahr knapp 400.000 Euro kassieren soll, war 2009 vom SC Magdeburg nach Berlin gewechselt und ist schnell zum Aushängeschild des Vereins aufgestiegen - doch nun droht die Traumehe von einst im Streit zu Ende zu gehen. Während der Torwart in Melsungen einen Zweijahresvertrag bis 2022 mit beiderseitiger Option auf ein weiteres Jahr unterschrieb, wäre laut Hanning ein langfristiger Vertrag in Berlin für Heinevetter zu gleichen Bezügen "auf der Basis der gezeigten Leistungen nicht angebracht gewesen".

Schließlich müssen auch die Füchse auf ihren Haushalt schauen. "Das Geld aus dem Jugendetat zu nehmen, würde ich im Leben nicht tun. Die Plattform Füchse Berlin ist wichtiger als Protagonisten wie Frank Steffel, Bob Hanning oder Silvio Heinevetter", sagte Hanning, der wohl bereit gewesen wäre, Heinevetter einen Kontrakt bis 2021 mit ähnlichen Bezügen wie bisher anzubieten und betonte: "Ich habe mit seinem Berater gesprochen und auch mit ihm."

Nationalmannschaft in Nordhessen

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Heinevetter steht für spektakuläres Torwartspiel - gut möglich, dass er das bald in Nordhessen zeigt.

(Foto: imago/Jan Huebner)

Nun könnte es also doch noch sein, dass "unser Gesicht" (Hanning) die Füchse, mit denen Heinevetter einmal deutscher Pokalsieger und zweimal EHF-Pokalsieger wurde, früher verlässt als geplant. "Von keiner der drei Seiten ist ein vorzeitiger Wechsel angedacht", hieß es noch im Rahmen der Bekanntgabe des Wechsels von Seiten Hannings. Das hört sich nun ganz anders an: "Wir werden ab sofort den Torhüter-Markt sondieren", sagte der Manager, der auch Vize-Präsident des Deutschen Handball-Bundes ist, nun. Mit Martin Ziemer (TSV Hannover-Burgdorf) haben die Berliner bereits einen neuen Torwart für die kommende Saison verpflichtet.

In der Haupstadt gibt es nach einer verkorksten Bundesliga-Saison und dem Halbfinal-Aus im Pokal noch ein großes, gemeinsames Ziel: Die Titelverteidigung im EHF-Pokal. Ein persönlicher Konflikt zwischen Torwart und Manager ist da wenig hilfreich, zumal Malte Semisch, der zweite Torwart der Füchse, in dieser Saison noch keine große Rolle spielte - und den Verein nach der Spielzeit verlassen wird.

Bei der MT Melsungen, die ihre Heimspiele im nordhessischen Kassel austrägt, werden spätestens ab der Saison 2020/2021 mit Julius Kühn, Kai Häfner (kommt dann aus Hannover), Tobias Reichmann, Finn Lemke und Heinevetter fünf deutsche Nationalspieler unter Vertrag stehen - vielleicht geht alles auch noch etwas schneller.

Quelle: n-tv.de, ter/dpa/sid