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Anisimova "wie ein Champion" Super-Teenie mischt die French Open auf

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Amanda Anisimova kann ihr Glück kaum fassen - mit 17 Jahren steht sie im Halbfinale der French Open.

(Foto: imago images / Schreyer)

Die erst 17 Jahre alte Amanda Anisimova wirft bei den French Open Titelverteidigerin Simona Halep raus. Die US-Amerikanerin ist somit die erste im 21. Jahrhundert geborene Spielerin in einem Grand-Slam-Halbfinale. Die legendäre Martina Navratilova kommt aus dem Schwärmen nicht heraus.

Simona Halep wusste gar nicht so recht, wie ihr geschah. Links und rechts schlugen die Grundschläge der gerade mal 17 Jahre alten Amanda Anisimova ein, und als die Titelverteidigerin der French Open noch mal ins Match zurückzufinden schien, war es schon zu Ende. 68 Minuten, 2:6, 4:6. Für die Rumänin eine Demütigung, für viele andere eine Sensation. Eine kleine auf jeden Fall.

"A star is born", urteilte Martina Navratilova beim Tennis-Channel über Anisimova, sie bescheinigte ihr "fantastisches Tennis und eine unglaubliche Leistung", und sie beschloss ihre Analyse mit den Worten: "So, wie Anisimova in den kritischen Situation gespielt hat, hat sie die Statur eines Champions." Auf jeden Fall ist der Teenager aus den USA der erste im 21. Jahrhundert geborene angehende Champion in einem Grand-Slam-Halbfinale.

In der Runde der letzten Vier trifft Anisimova auf die Australierin Ashleigh Barty, die ebenfalls noch nie zuvor bei einem Grand Slam so weit gekommen war. Die Nummer acht der Weltrangliste ist die höchstplatzierte im Turnier verbliebene Spielerin. Sie besiegte Madison Keys aus den USA mit 6:3, 7:5. Das andere Halbfinale am Freitag (ab 11 Uhr) bestreiten die Britin Johanna Konta und die Tschechin Marketa Vondrousova.

"Sie kann jederzeit zurückkommen ..."

"Es ist verrückt", sagte Anisimova nach dem Match: "Es war schon verrückt, gegen Simona zu spielen, aber noch verrückter ist es, gegen sie zu gewinnen." Die 51. der Weltrangliste, als Tochter russischer Eltern in New Jersey geboren und seit dem dritten Lebensjahr beheimatet in Miami, widerstand dabei auch dem Aufbäumen der Titelverteidigerin. Die glich nach einem 1:4 im zweiten Satz noch einmal aus.

"Immer, wenn ich in Führung lag, wusste ich, sie kann jederzeit zurückkommen", sagte Anisimova. Doch just, als das Match zu kippen schien, beruhigte sich die 17-Jährige, nunmehr jüngste Amerikanerin im Halbfinale von Roland Garros seit Jennifer Capriati 1990. "Sie hat eine große Chance, das Turnier zu gewinnen", sagte Halep, "wenn sie wie heute ohne Emotionen spielt und nicht an das Ergebnis denkt."

Halep selbst war der Frust über das Ausscheiden anzusehen. Sie räumte ein, dass sie mit ihrer Anspannung nicht umgehen konnte gegen die 51. der Weltrangliste. "Vielleicht", sagte sie mit düsterer Miene, "waren meine Erwartungen heute zu hoch, deswegen konnte ich nicht mein Bestes geben." Die Weltranglistendritte war nach dem großen Favoritensterben bei den Damen eigentlich die erste Anwärterin auf den Titel gewesen.

Quelle: ntv.de, Thomas Häberlein, sid