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Erstmals seit Zweitem Weltkrieg Tennis-Turnier Wimbledon für 2020 abgesagt

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Die 134. Ausgabe von Wimbledon wird erst im Juni und Juli kommenden Jahres ausgetragen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Jetzt ist es offiziell: Auch das traditionsreiche Tennis-Turnier von Wimbledon findet in diesem Jahr nicht statt. Die Veranstalter reagieren mit der Absage auf die Coronavirus-Pandemie. Auch die Turniere in Halle, Berlin, Bad Homburg und Stuttgart finden nicht statt.

Das legendäre Tennis-Turnier von Wimbledon kann aufgrund der anhaltenden Corona-Krise im Jahr 2020 nicht stattfinden. Das gaben die Veranstalter der Rasenveranstaltung bekannt. Angesichts des Verlaufs der Corona-Pandemie sei es nicht möglich, das Grand-Slam-Turnier wie geplant vom 29. Juni bis 12. Juli auszutragen, hieß es. Es ist der erste Ausfall des Wettbewerbs seit dem Zweiten Weltkrieg.

Stattdessen soll die 134. Ausgabe nun vom 28. Juni bis 11. Juli 2021 über die Bühne gehen. "Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht", sagte Ian Hewitt, Vorsitzender des All England Lawn Tennis Club: "Wir haben sie unter größter Rücksicht auf die öffentliche Gesundheit und das Wohlbefinden aller getan, die zusammenkommen, um Wimbledon zu verwirklichen." Dass es die erste Absage seit dem Zweiten Weltkrieg ist, habe die Verantwortlichen belastet, sagte Hewitt weiter. Nach "eingehender und umfassender Betrachtung aller Szenarien" sei die außergewöhnliche Maßnahme in Zeiten der Corona-Pandemie jedoch die "richtige Entscheidung".

Zuvor war bereits die komplette Sandplatz-Saison inklusive der French Open in Paris, die Ende Mai starten sollten, abgesagt worden. Der französische Tennisverband hatte die French Open eigenmächtig und offenbar ohne Absprache auf 20. September bis 4. Oktober verlegt - und dafür mächtig Kritik eingesteckt. Nur eine Woche zuvor enden die US Open, die angesichts der dramatischen Coronavirus-Situation in New York aber ebenfalls fraglich erscheinen.

Halle und Co. in Deutschland abgesagt

Mit der Absage von Wimbledon fällt auch die komplette Rasensaison und der geplante deutsche Turnier-Sommer aus. Die Tennis-Tour werde aufgrund der Coronavirus-Pandemie bis mindestens 13. Juli unterbrochen, teilten die Spielerorganisationen ATP und WTA am Mittwoch mit. Damit finden auch die deutschen Turniere in Stuttgart, Halle (beide Herren) sowie Berlin und Bad Homburg (beide Damen) und weitere internationale Veranstaltungen nicht statt. Am 8. Juni sollte eigentlich das Turnier mit der deutschen Nummer eins Alexander Zverev in Stuttgart beginnen, eine Woche später die Traditionsveranstaltung im westfälischen Halle mit Topstar Roger Federer. Ebenfalls ab dem 15. Juni war in Berlin die Premiere des Rasenturniers der Damen mit der dreimaligen Grand-Slam-Siegerin Angelique Kerber angesetzt.

"Natürlich hatten wir uns alle riesig auf die Premiere der Bad Homburg Open in wenigen Monaten im historischen Kurpark gefreut. Aber angesichts der aktuellen Lage rücken sportliche Belange erst einmal komplett in den Hintergrund. Momentan gibt es andere Prioritäten", sagte Angelique Kerber, die als Turnierbotschafterin des neuen Rasenevents fungiert. "Es ist ein bedauerlicher Schritt. Aber er ist vor dem Hintergrund der aktuellen Situation alternativlos", sagte Ralf Weber, Turnierdirektor der Noventi Open in Halle.

Boris Becker hatte zu Geduld aufgerufen

Bei dem Grand-Slam-Turnier im Südwesten Londons sollten sich eigentlich ab dem 29. Juni zwei Wochen lang die besten Tennisspieler der Welt miteinander messen. Beobachter rechneten allerdings schon in den vergangenen Tagen fest mit einer Absage des Turniers. Die Organisatoren hatten ausgeschlossen, dass der Wettkampf vor leeren Rängen stattfindet. Der dreifache Wimbledon-Sieger Boris Becker hatte die Veranstalter am Dienstag via Twitter dazu aufgerufen, mit ihrer Entscheidung bis Ende April zu warten. "Das Turnier ist in der ersten Juliwoche... Geduld ist eine Tugend", schrieb er.

Wegen der weltweiten Corona-Pandemie wurden bereits einige sportliche Großereignisse wie die Fußball-Europameisterschaft und die Olympischen Sommerspiele in Tokio verschoben.

Quelle: ntv.de, fzö/dbe/sid/AFP/dpa