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Shitstorm für Stammtisch-Parole Tönnies bedauert rassistischen Spruch

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Clemens Tönnies ist Mitgesellschafter beim größten deutschen Schlachtbetrieb gleichen Namens und Aufsichtsratschef des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Aufsichtsratsvorsitzende des FC Schalke wünscht sich die Finanzierung von Kraftwerken in Afrika. "Dann würden Afrikaner aufhören, im Dunkeln Kinder zu produzieren", sagt Tönnies auf einer Veranstaltung. Mittlerweile bereut er seine rassistischen Worte, Anhänger fordern seinen Rücktritt.

Beim Tag des Handwerks hat Clemens Tönnies mit seinem Auftritt als Festredner für einen Eklat gesorgt. Der Schalke-Funktionär und Unternehmer kritisierte laut der Zeitung "Neue Westfälische" Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel. Stattdessen solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren. "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren", sagte Tönnies. Dafür erntete er dem Bericht zufolge von den Anwesenden nach anfänglicher Irritation Beifall.

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Anstatt Applaus erntet Tönnies außerhalb der Veranstaltung einen heftigen Shitstorm: Auf Twitter nannte Cartoonist und Zeichner Ralph Ruthe seine Äußerung "rassistische Kackscheiße". Der Vorsitzende der Linkspartei, Bernd Riexinger, bezog ebenfalls in einem Tweet Stellung: "Tönnies rassistische Aussagen sind ein gutes Beispiel dafür, wie Rassismus und Kapitalismus Hand in Hand gehen, da beides die Unterdrückung und Ausbeutung von Mensch und Natur zum Ziel hat."

Auch der ehemalige Schalker Hans Sarpei verurteilte die Wortwahl von Tönnies scharf und forderte Konsequenzen. "Die Aussagen von Clemens Tönnies zeigen ein Weltbild, das an die Kolonialzeit erinnert. Es sind rassistische Bemerkungen, die in keinster Weise mit dem Leitbild des FC Schalke 04 oder unserer modernen offenen Gesellschaft vereinbar sind. Als Mitglied und Ex-Spieler wünsche ich mir, dass der Ehrenrat hier ganz klar Position bezieht und über Konsequenzen berät", schrieb der in Ghana geborene 43-Jährige bei Facebook.

Inzwischen hat sich Tönnies entschuldigt. "Ich möchte meine Aussage zum Thema Auswirkungen beim Klimawandel richtigstellen. Ich stehe als Unternehmer für eine offene und vielfältige Gesellschaft ein. Meine Aussage zum Kinderreichtum in afrikanischen Ländern tun mir leid. Das war im Inhalt und Form unangebracht und falsch", ließ der 63-Jährige per Twitter mitteilen. Tönnies ist Mitgesellschafter beim größten deutschen Schlachtbetrieb gleichen Namens und Aufsichtsratschef des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04.

Quelle: n-tv.de, hny

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