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Niederschläge am Fließband Tyson Fury siegt im wilden Box-Spektakel

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Wirkungstreffer. Fury trifft mit einer linken Geraden Wilder schwer.

(Foto: AP)

Das dritte Duell der Schwergewichtsboxer Fury und Wilder wird dank starkem Boxen zum Spektakel. Der amtierende Champion im Schwergewicht kassiert zwar selbst zwei Niederschläge - die werden für den Briten aber zum Weckruf.

Trilogien enden meistens mit einem Knall und auch beim dritten Boxkampf der Schwergewichte Tyson Fury und Deontay Wilder bekommen die Zuschauer in Las Vegas ein echtes Spektakel geboten. Mit einem K.o.-Sieg in der elften Runde verteidigte Weltmeister Fury seinen Titel.

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Fury als römischer Feldherr

(Foto: AP)

Schon beim Einzug in die Arena wurde es spektakulär. Während Wilder mit Robe und mit Strass besetzter Maske auflief, setzte Fury noch einen obendrauf. Er präsentierte sich gewohnt extrovertiert. Verkleidet als römischer Feldherr und zur Musik von AC/DC marschierte der noch unbesiegte Brite in die ausverkaufte Arena in Las Vegas.

Der Kampf begann dann für Herausforderer Wilder vielversprechend. Der US-Amerikaner machte in der ersten Runde Druck und Fury war zunehmend in der Rückwärtsbewegung. Trotz seines Gewichts von rund 130 Kilogramm wirkte der 33-jährige Brite aber agil und blieb mit Körpertreffern gefährlich.

Fury im Clinch zu stark für Wilder

In Runde drei wurde es dann erstmals richtig wild. Starke rechter Schwinger von Wilder setzten Fury zu, der antwortete mit zwei sauberen Geraden und schickte Wilder zu Boden. Anschließend rettete sich Wilder in den Clinch, der Runden-Gong bewahrte den US-Amerikaner dann vor dem Knockout.

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Fury am Boden, doch der Brite kam spektakulär zurück.

(Foto: REUTERS)

In Runde vier erwischte es dann überraschend Fury. Wilder konnte sich in der Rundenpause ein wenig erholen, suchte immer wieder den Clinch, um Stabilität zu bekommen. Eine saubere Rechte drückte Fury dann zu Boden, es folgten wilde Schwinger des US-Amerikaners. Weitere Treffer schickten den Briten wieder auf die Bretter, aber kurz vor dem Rundenende kam er wieder auf die Beine.

Die Niederschläge wirkten allerdings wie ein Weckruf für Fury, der in den folgenden Runden immer stärker wurde. Eine blutige Lippe und ein geschwollenes Auge bei Wilder waren die ersten sichtbaren Auswirkungen der vielen Fury-Treffer. In Runde zehn ging Wilder erneut nach einem Haken auf die Knie, konnte aber weiterboxen.

Weltmeister singt "Walking in Vegas"

Der leidenschaftlich boxende Wilder rettete sich von Runde zu Runde, doch wenige Minuten vor offiziellem Kampfende war der US-Amerikaner nicht mehr in der Lage, Furys Schläge zu blocken. Ein rechter Haken ans Kinn schickte Wilder zu Boden und Fury holte sich den Knockout.

Im ersten Duell 2018 hatte sich Fury gegen den damaligen Weltmeister aus den USA trotz klarer Überlegenheit mit einem Unentschieden begnügen müssen, Anfang 2020 entriss er Wilder den WBC-Titel durch technischen K.o. Es war Wilders erste Niederlage in 44 Kämpfen, nach der er Fury beschuldigte, Gewichte in seine Handschuhe geschmuggelt zu haben. Auch vor dem dritten Aufeinandertreffen hatte es zwischen den beiden Kontrahenten gekracht. Fury beschimpfte Wilder als "Penner", "Stück Scheiße" und "Pussy". Selbst der obligatorische Stare down fiel aus.

Entsprechend folgte nach dem dritten Duell noch eine kleine Spitze in Richtung Wilder. "Es war ein großartiger Fight. Ich habe immer gesagt, ich bin der beste Boxer der Welt, das habe ich gezeigt, und er ist der zweitbeste", sagte Fury nach dem Kampf. Der Brite brachte dem Publikum in Fury-Manier ein Ständchen und sang spontan "Walking in Memphis" von Marc Cohn - aus Memphis wurde in seiner Fassung dann allerdings "Vegas".

Quelle: ntv.de, mba

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