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Söhne spielten in Bundesliga US-Legende verstört mit Aussagen zu Impfung

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Stockton bei einem Deutschland-Besuch im Jahr 2019.

(Foto: picture alliance / Eibner-Pressefoto)

Als Basketballer sind John Stockton und Karl Malone zu NBA-Legenden geworden. Doch außerhalb des Platzes leidet das Ansehen der einstigen Profisportler zunehmend. Nun fällt Stockton mit absurden Behauptungen zur Corona-Impfung auf. Seine ehemalige Uni zieht Konsequenzen.

Eigentlich sitzt John Stockton im McCarthey Athletic Center in Spokane an der Seite seiner Frau Nada in der fünften Reihe. Wenn er nach oben schaut, kann er unter dem Dach der Basketballhalle seiner Alma Mater Gonzaga das Banner mit der Trikotnummer 12 sehen, es wurde zu seinen Ehren dort aufgehängt. Doch derzeit geht das nicht, der einstige NBA-Star ist unerwünscht, Stockton möchte keine Maske tragen.

Stockton, kongenialer Partner von "Mailman" Karl Malone bei Utah Jazz, berühmt geworden durch tolle Pässe und enge Hosen, hat eine sehr spezielle Haltung zum Thema Corona. Der 59-Jährige hat keine Verwendung für den Mund-Nasen-Schutz, vom Impfen hält er auch nichts.

"Es sind schon über 100 Profisportler tot", sagte Stockton im Vorjahr im Interview mit der Tageszeitung "The Spokesman-Review". "In der Blüte ihres Lebens" seien Geimpfte einfach "auf dem Spielfeld umgefallen". Insgesamt seien Zehntausende Menschen, wenn nicht sogar Millionen, an den Folgen einer Corona-Impfung gestorben. Starker Tobak, wissenschaftlich überhaupt nicht belegt, Indizien dafür gibt es keine.

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Zweimal erreichten Stockton und Malone die NBA Finals, verloren aber 1997 und 1998 jeweils gegen die Chicago Bulls um Michael Jordan.

(Foto: imago images/PCN Photography)

Auch bleibt offen, wer die ganzen verstorbenen Profis sein sollen, von denen er spricht. Denn natürlich wären auf diesem Weg aus dem Leben scheidende berühmte Sportler ein riesiges Thema. Schon die fehlenden Berichte müssten also Skepsis auslösen. Der frühere Point Guard eckt mit seinen unbelegten und kaum haltbaren Ausführungen und seinem unsolidarischen Verhalten an, seine Universität hatte jetzt genug.

Millionär Malone verweigerte minimalen Unterhalt

"Wir nehmen die Durchsetzung der Covid-19-Gesundheits- und Sicherheitsprotokolle ernst", teilte Gonzaga mit, "die jüngste Entscheidung ist ein Beispiel dafür." Es dürfte der Uni nicht leichtgefallen sein, John Houston Stockton die Türe zuzuschlagen. Er gehört zu den prominentesten Absolventen und ist in der NBA die ewige Nummer eins bei Assists (15.806) und Steals (3265). Dazu Mitglied des "Dream Teams" von Barcelona 1992.

"Ich bin Teil dieses Campus, seit ich fünf oder sechs Jahre alt war", sagte Stockton, "ich wurde nur ein paar Blocks entfernt geboren." Das Verhältnis zur Uni sei nach der Maßnahme "angespannt, aber nicht kaputt", so Stockton, "ich bin sicher, wir werden es überstehen." So legendär und sportlich herausragend das Duo Stockton/Malone einst war, so sehr hat es seitdem an öffentlichem Ansehen verloren. Bei Stockton sind es die unwissenschaftlichen und rechtspopulistischen Aussagen zur Impfung, bei Malone waren es seine Beziehungen zu Minderjährigen und der Umgang mit den Kindern, die daraus hervorgingen.

Malone war 20, als die 13-jährige Gloria Bell die gemeinsame Tochter zur Welt brachte, wie 1998 durch Medienberichte bekannt geworden war. Nur der Nachsichtigkeit von Bells Familie ist es laut der US-Publikation "The Daily Beast" zu verdanken, dass Malone sich nicht einer Anzeige wegen Vergewaltigung ausgesetzt sah. Die Vaterschaft stritt er ab und weigerte sich zunächst, als millionenschwerer NBA-Superstar die geforderten 125 Dollar wöchentlich an Unterhalt zu zahlen, weil ihm die Summe zu hoch erschien.

Erst nach einem Gerichtsverfahren erkannte Malone die Vaterschaft an, ebenso wie für die Zwillinge Daryl und Cheryl Ford, die er im Alter von 17 Jahren mit der gleichaltrigen Bonita Ford bekommen hatte. Die drei Kinder waren zu diesem Zeitpunkt längst Teenager, Kontakt zu ihnen hatte der Basketballer bis dahin aber nie gesucht.

Stockton, in Spokane/Washington geboren, macht sich derweil Sorgen um sein Image. "Ich verstehe, dass ich eine Person des öffentlichen Lebens bin, und sie zeigen mich bei jedem Spiel. Ich nehme diese Verantwortung sehr ernst", sagte der Hall-of-Famer, dessen Söhne Michael (32) und David (30) vor einiger Zeit in der Bundesliga spielten. Umdenken will er nicht. Also wartet der berühmte Gonzaga-Fan einfach ab. "Wenn sich die Regeln ändern, gibt es die Tickets zurück", so Stockton. Bis dahin bleiben die Plätze in Reihe fünf hinter dem Anschreibetisch wohl leer.

Quelle: ntv.de, tsi/sid

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