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"Mama, Papa, passt auf euch auf" Ukrainischer Tennisprofi ist auf der Flucht

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Dajana Jastremska floh offenbar aus der Ukraine.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die ukrainische Tennisspielerin Dajana Jastremska schildert Details ihrer Flucht aus der Heimat: Nach zwei Nächten in der Tiefgarage sei man nun in Sicherheit, schreibt sie. Ein ehemaliger Biathlon-Weltmeister bittet um Hilfe und erklärt, die Heimat selbst verteidigen zu wollen.

Die ukrainische Tennis-Spielerin Dajana Jastremska hat nach dem Militärangriff Russlands Details zur Flucht aus ihrem Heimatland öffentlich gemacht. "Nachdem ich zwei Nächte in der Tiefgarage verbracht hatte, trafen meine Eltern die Entscheidung, mich und meine kleine Schwester um jeden Preis aus der Ukraine zu bringen", schrieb die 21-Jährige aus Odessa bei Instagram. Die Eltern blieben offenbar in der Ukraine zurück. "Mama, Papa, wir lieben euch sehr, passt auf euch auf!!! Ich liebe mein Land! Ukrainer, passt auf euch auf!"

Jastremska, die sich 2020 bis auf Platz 21 der Weltrangliste vorgearbeitet hatte, meldete sich am Samstagmittag erneut mit einem Foto, das sie zusammen mit ihrer Schwester zeigte. "Müde, aber meine Schwester und ich sind in Sicherheit. Wir vermissen Zuhause, Mama und Papa."

Im Vorjahr musste Jastremska eine fast halbjährige Suspendierung wegen Dopingverdachts überstehen, war seit Juni 2021 aber wieder spielberechtigt. In einer Dopingprobe vom 24. November 2020 war der verbotene Stoff Mesterolon gefunden worden. Jastremska bestritt den Gebrauch leistungssteigernder Mittel und erklärte, die gefundene Menge des anabolen Steroids sei äußerst gering. Sie könne sich nicht erklären, wie es zu der positiven Probe gekommen sei.

Biathlon-Star bittet um internationale Hilfe

Der ehemalige Weltmeister Dmytro Pidrutschnji hat derweil die internationale Biathlon-Gemeinschaft um Hilfe für seine ukrainische Heimat gebeten. "Erzählt mir nicht, Sport und Politik hätten nichts miteinander zutun. Sie haben miteinander zutun, wenn Soldaten und Zivilisten in meinem Heimatland sterben, während du das hier liest", schrieb der 30-Jährige bei Instagram an seine Fans und fragte nebenbei nach Spenden für die ukrainische Armee: "Ich bitte euch, uns zu helfen! Ich bitte dich, bleib' nicht weg!"

Zugleich forderte Pidrutschnji auch internationale Freunde und Fans dazu auf, in ihren Heimatstädten auf die Straße zu gehen sowie Regierungen und die NATO um Hilfe zu bitten. Zudem sei es aufgrund von gezielter Desinformation wichtig, jegliche Informationen über die "russische Invasion" mit mehreren Quellen zu überprüfen, schrieb er.

Sport und der Kampf um gute Platzierungen im Weltcup der Skijäger spielen für Pidrutschnji in absehbarer Zukunft keine Rolle mehr. "Niemand wird an weiteren Wettkämpfen teilnehmen", schrieb er und erklärte: "Mein Team und ich bleiben in der Ukraine, um unser Zuhause und unsere Familien vor den russischen Streitkräften zu beschützen, die die Ukraine am 24. Februar überfallen haben."

Bereits am Freitag hatte das Biathlon-Team der Ukraine verkündet, nach dem militärischen Angriff Russlands in diesem Winter nicht mehr bei den verbleibenden drei Weltcups anzutreten. Pidrutschnji ist in dieser Saison als 34. im Gesamtweltcup der stärkste Mann. Vor drei Jahren hatte er den WM-Titel in der Verfolgung gewonnen.

Quelle: ntv.de, ter/dpa

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