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WM-Auftakt nach Wunsch Unbezwingbare DHB-Torfrau hält Sieg fest

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Dinah Eckerle entnervte mit ihren andauernden Paraden den Gegner Brasilien.

(Foto: imago images/wolf-sportfoto)

Die deutschen Handballerinnen spielen bei der Weltmeisterschaft in Japan nicht nur um eine möglichst gute Platzierung. Es geht auch um ein Ticket für die Olympischen Spiele. Mit dem Sieg gegen Brasilien, bei dem Torfrau Dinah Eckerle überragt, gelingt ein perfekter Einstand.

Als Matchwinnerin Dinah Eckerle zur Spielerin der Partie ernannt wurde, trommelten ihre Mitspielerinnen mit den Händen begeistert auf den Hallenboden. Die überragende Torfrau des deutschen Meisters SG BBM Bietigheim hatte den deutschen Handballerinnen mit 17 Paraden, darunter drei Siebenmeter, den 30:24 (14:11)-Auftaktsieg bei der WM in Japan gegen Panamerika-Meister Brasilien gesichert. "Das war einfach geil", sagte die 24-jährige Eckerle nach ihrer Glanzvorstellung im Yamaga City Overall Gymnasium.

Immer wieder zog Eckerle den Südamerikanerinnen in einer lange offenen Partie mit ihren Reflexen den Zahn. Vorentscheidend wohl beim Stand von 15:13 zu Beginn der zweiten Halbzeit, als sie einen Siebenmeter von Alexandra Martinez parierte. Prompt zog die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) auf 18:13 davon. "Da haben wir uns in einen Rausch gespielt, mit Kempa-Trick und mehr. So will ich uns spielen sehen", fügte Eckerle an.

"Noch Raum für Verbesserung"

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Bundestrainer Henk Groener findet natürlich trotzdem etwas zum Verbessern.

(Foto: imago images/wolf-sportfoto)

Erleichtert war auch Bundestrainer Henk Groener, dessen Vertrag am Vortag des ersten Gruppenspiels bis zum 31. Dezember 2020 verlängert worden war. "Wir sind glücklich, dass wir mit einem Sieg gestartet sind. Das war ein super Auftakt. Es gibt aber noch Raum für Verbesserung", sagte der Niederländer. Er habe vor der Partie nicht gewusst, "was uns erwartet". Das Spiel sei enger gewesen, als es das Ergebnis aussage, meinte Groener und blickte auf dem Podium der Pressekonferenz mit anerkennendem Blick nach links zu seiner Torfrau. Er wusste, bei wem er sich zu bedanken hatte. "Mit einer überragenden Dinah Eckerle im Tor kann hinten nicht so viel passieren", sagte Groener.

Doch auch die anderen Mannschaftsteile funktionierten über weite Strecken. Vor allem das schnelle Umschlagspiel war ein Trumpf. Sieben von acht Gegenstößen führten zu Treffern, Abwehr und Angriff ließen nur temporär Schwächen zu. Zudem stachen die Wechsel. So brachte Groener für die manchmal glücklose Emily Bölk im Rückraum Shenia Minevskaja. Die bedankte sich und traf ebenso wie Alicia Stolle viermal. Beste Werferin war Russland-Legionärin Julia Behnke mit sechs Toren vom Kreis.

In der schweren Vorrundengruppe B ist Außenseiter Australien am Sonntag (10 Uhr/sportdeutschland.tv) nächster deutscher Gegner. Anschließend warten noch Handball-Schwergewicht Dänemark (3. Dezember), Welt- und Europameister Frankreich (4. Dezember) sowie Asienmeister Südkorea (6. Dezember) auf die DHB-Auswahl. Nur die besten drei Teams ziehen in die Hauptrunde ein. In Japan geht es für Deutschland auch um ein mögliches Olympia-Ticket: Um bei einem Qualifikationsturnier für Tokio 2020 dabei zu sein, muss der EM-Zehnte bei der WM eine Platzierung unter den ersten Sieben erreichen.

Quelle: ntv.de, Jürgen Magh, sid