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Meisterfeier mit Geschmäckle: Melbourne Victory.
Meisterfeier mit Geschmäckle: Melbourne Victory.(Foto: imago/Action Plus)
Sonntag, 06. Mai 2018

Abseitstor in Australien: Videopanne entscheidet Meisterschaft

Der Videobeweis sorgt in der Bundesliga für hitzige Diskussionen. Längst läuft nicht alles rund mit dem digitalen Assistenten, der auch bei der WM zum Einsatz kommt. Welche fatalen Folgen die Technik haben kann, zeigt nun das australische A-League-Finale.

Eine gravierende Fehlentscheidung des Video-Assistenten hat Einfluss auf den Ausgang der australischen Fußball-Meisterschaft genommen. Obwohl vor dem einzigen Treffer durch Kosta Barbarouses (9.) im Finale zwischen den Newcastle Jets und Melbourne Victory gleich drei Spieler im Abseits standen, erklärte Schiedsrichter Jarred Gillett das Tor nach einer Überprüfung durch den Video-Assistenten für gültig. Melbourne gewann das Endspiel mit 1:0 (1:0) und sicherte sich seinen vierten A-League-Titel.

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Wie der nationale Fußballverband mitteilte, war technisches Versagen der Grund für die Fehlentscheidung des Referees. "Unsere Untersuchungen haben ergeben, dass dem Video-Assistenten aufgrund eines technischen Fehlers nicht die nötigen Kameraeinstellungen zur Verfügung standen, um die vorliegende Abseitsstellung zu erkennen", hieß es in einem Statement des Verbandes.

Demnach sei die Software des technischen Dienstleisters Hawkeye, der dem Schiedsrichter die Spielbilder innerhalb kürzester Zeit für Überprüfungen zur Verfügung stellen soll, ausgefallen. Als die nötigen Kameraeinstellungen schließlich vorlagen, war das Spiel bereits fortgesetzt und das Tor für gültig erklärt worden. "Wir sind sehr enttäuscht aufgrund des technischen Fehlers. Wir verstehen den Frust der Newcastle Jets, ihrer Anhänger und den aller anderen Fußball-Fans", sagte Greg O'Rourke, der Chef der australischen Liga.

Der Video-Assistent kommt auch bei der Weltmeisterschaft in Russland zum Einsatz. In Deutschland hatten sich die 18 Bundesliga-Klubs im März auf einen dauerhaften Einsatz des "VAR" (Video-Assistant-Referee) geeinigt.

Quelle: n-tv.de