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"Zum Glück ist noch etwas Zeit" WM-Qualifikation erlöst die DHB-Frauen

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Emily Bölk (rechts) führte die Mannschaft zum Erfolg.

(Foto: imago images/Eibner)

Lange tun sich die deutschen Handballerinnen gegen Portugal schwer, ihr WM-Ticket sichern sie sich dennoch souverän. Trotz des klaren Siegs im Playoff-Rückspiel wartet viel Arbeit auf Bundestrainer Henk Groener. Auch die Mannschaft weiß, dass das aktuelle Niveau nicht reicht.

Die deutschen Handballerinnen hüpften nach der Schlusssirene wild im Kreis, dann posierten sie Arm in Arm für das Siegerfoto und stießen einen lauten Jubelschrei aus. Die erfolgreiche WM-Qualifikation wirkte auf die neuformierte Auswahl von Bundestrainer Henk Groener wie eine Befreiung.

"Ich freue mich und bin auch erleichtert, weil wir uns viel vorgenommen haben. Es lief schon deutlich besser, wir sind auf einem guten Weg", sagte Interimskapitänin Emily Bölk nach dem 34:23 (15:11) im Playoff-Rückspiel gegen den krassen Außenseiter Portugal.

Trotz anfänglicher Probleme löste Deutschland am Ende souverän das Ticket für die WM-Endrunde in Spanien, die vom 2. bis 19. Dezember erstmals mit 32 Teams ausgespielt wird. "Wir werden ein bisschen feiern", kündigte Groener an und zog auch mit Blick auf die vielen neuen Gesichter in seinem Team ein insgesamt "positives" Fazit: "Wir hatten ja eine Ausgangslage, die wir nicht gewohnt waren."

Marlene Zapf von der TuS Metzingen war in Hamm mit sieben Toren die beste Werferin für die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) um Interimskapitänin Emily Bölk. Das Hinspiel im portugiesischen Luso hatte Deutschland am Samstag mit 32:27 für sich entschieden, dabei aber vor allem nach der Pause erhebliche Schwächen in der Defensive offenbart.

Doppelte Überzahl bringt die Wende

Auch beim Geisterspiel in Westfalen wusste das Groener-Team, das ohne sechs Stammspielerinnen auskommen musste, lange nicht zu überzeugen. Portugal, ein zweitklassiger Gegner, ärgerte die deutsche Auswahl über weite Strecken mit frechen Abschlüssen und einer starken kämpferischen Leistung. Die defensiv wieder anfälligen DHB-Frauen mussten sich jedes Tor hart erarbeiten, erst nach der Pause war der Knoten gelöst und der Vorsprung wuchs an.

"Alle haben gesehen, dass noch Luft nach oben ist. Bis zum Dezember ist ja zum Glück noch etwas Zeit", sagte Zapf. Einfache Ballverluste, unsaubere Abschlüsse und eine einmal mehr naive Deckung sorgten zu Beginn noch dafür, dass der krasse Außenseiter an einer Überraschung schnuppern durfte. Beim 6:8 (15. Minute) gingen die Gäste sogar mit zwei Toren in Führung - Groener schnappte sich die grüne Auszeitkarte, legte sie aber noch nicht auf den Tisch der Zeitnehmer.

Über eine doppelte Überzahl fand Deutschland zurück in die Partie, war aber weiterhin alles andere als souverän. Weil Torhüterin Dinah Eckerle ein paar Bälle parierte und vorne die Effektivität gesteigert wurde, zogen die Gastgeberinnen beim 12:9 (24.) dennoch wieder auf drei Tore weg.

Das brachte Sicherheit, trotz einer Unterzahl hielt Deutschland die Führung zu Beginn der zweiten Hälfte bei vier Toren. Portugal fehlte nun die Effektivität aus dem ersten Abschnitt. Deutschland, defensiv nun etwas stabiler als noch im ersten Abschnitt, nutzte dies immer besser aus.

Quelle: ntv.de, tsi/sid

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