Sport

Wada-Sanktionen für Russland Whistleblower fordert rückwirkende Strafen

Rodschenkow.jpg

"Diejenigen, die an der Korruption bestimmter Sportarten wie Leichtathletik, Gewichtheben, Skifahren, Biathlon und Bob beteiligt sind, sollten rückwirkend bestraft werden", fordert Grigori Rodschenkow.

Die Sanktionen der Welt-Anti-Doping-Agentur gegen Russland sind für den Whistleblower Grigori Rodschenkow ein erster wichtiger Schritt. Allerdings fordert der frühere Leiter des Moskauer Anti-Doping-Labors harte Strafen für die Verantwortlichen des Sportbetrugs.

Whistleblower Grigori Rodschenkow hat die Sanktionen der Welt-Anti-Doping-Agentur gegen Russland begrüßt und zugleich harte Strafen für die Verantwortlichen des Sportbetrugs gefordert. "Endlich wurden Betrug, Lügen und Fälschungen von unbeschreiblichem Ausmaß in vollem Umfang bestraft", sagte der frühere Leiter des Moskauer Anti-Doping-Labors in einer persönlichen Erklärung, aus der die BBC in einem Bericht zitierte.

"Diejenigen, die an der Korruption bestimmter Sportarten wie Leichtathletik, Gewichtheben, Skifahren, Biathlon und Bob beteiligt sind, sollten rückwirkend bestraft werden", betonte Rodschenkow, der nach seiner Flucht aus der Heimat seit 2016 an einem unbekannten Ort in den USA lebt. "Die Ergebnisse der Olympischen Spiele in London und Sotschi sollten erneut analysiert und mit den heute verfügbaren Erkenntnissen neu bewertet werden", sagte der Kronzeuge bei der Aufklärung des Dopingsystems.

"Härteste Maßnahmen ergreifen"

"Es gibt eine ganze Generation sauberer Athleten, die ihre Träume schmerzvoll aufgeben mussten und aufgrund russischer Betrüger ihre Auszeichnungen verloren haben", meinte Rodschenkow. "Wir müssen die härtesten Maßnahmen ergreifen, um dem Sport wieder Gerechtigkeit zu verleihen."

Das Wada-Exekutivkomite hatte in Lausanne die Empfehlung der unabhängigen Prüfkommission CRC bestätigt und suspendierte die russische Anti-Doping-Agentur Rusada bis 2023. Athleten des Landes dürfen in diesem Zeitraum nicht unter der russischen Fahne, sondern nur als neutrale Sportler starten, die nicht in den Staatsdoping-Skandal verwickelt gewesen sind. Dies gilt für die Olympischen und Paralympischen Spiele in Tokio und Peking, die Olympischen Jugendspiele und Weltmeisterschaften von Sportarten, die den Wada-Code unterschrieben haben, sowie sogenannten "Major Sport-Events".

Quelle: ntv.de, tno/dpa