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Einmal aufs Podest Wundertüte Boll träumt von Olympia-Medaille

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Timo Boll visiert in Tokio eine Medaille an.

(Foto: imago images/Revierfoto)

Bei der EM in Warschau kann Timo Boll seinen 20. Titel gewinnen. Doch die kontinentale Meisterschaft soll für den 40-Jährigen nur das Aufwärmprogramm für seine fünften Sommerspiele sein. Dort will er sich endlich den Traum von einer olympischen Einzelmedaille erfüllen.

Auf einem umfunktionierten Parkplatz bringt sich Timo Boll in Form. Lächelnd, scherzend, mitunter aber auch in sich versunken dreht das deutsche Tischtennis-Idol bei der EM in Warschau vor seinem Einstieg ins Turnier auf dem 120-Meter-Kurs in der Outdoor-Bubble vor dem Spielerhotel seine Runden. Der 40 Jahre alte Titelverteidiger hat seinen 20. EM-Titel vor Augen, aber Olympia in Tokio schon längst im Hinterkopf. "Ich konzentriere mich erst einmal auf die EM. Aber so ein hochkarätiger Wettkampf recht kurz vor Olympia ist für mich bestimmt nicht schlecht als Vorbereitung auf Tokio", lässt Boll, für den es am Donnerstag losgeht, seine Prioritäten deutlich erkennen.

Seine Einstellung überrascht kaum. Sieben Einzel-Titel und zwölf weitere Goldmedaillen hat der schier unverwüstliche Routinier bei kontinentalen Championaten schon gesammelt, nach seinen bisherigen fünf Olympia-Teilnahmen hingegen ist der Traum von einem Podestplatz im Einzel immer noch unerfüllt. Warschau kann für einen wie Boll denn auch kaum mehr als die letzte wichtige und wegweisende Etappe zum großen Ziel sein. "Ich habe den Ehrgeiz und den Anspruch, in Tokio weit zu kommen", fokussierte sich der Düsseldorfer schon im vergangenen Frühjahr in einem Interview auf den Jahreshöhepunkt in Nippon. An seinen ultimativen Ambitionen ließ der Linkshänder nach immerhin schon drei Olympia-Medaillen mit der Mannschaft auch keinen Zweifel: "Ich möchte bei Olympia in einer Form spielen, dass ich auch im Einzel um Medaillen kämpfen kann."

In Warschau schon einmal alles raushauen

Das Rennen in Tokio um die Podestplätze dürfte für Boll, Deutschlands Fahnenträger bei den Sommerspielen 2016 in Rio, angesichts der Konkurrenz vor allem aus China ungleich härter werden als in Warschau. An der Weichsel zählt der EM-Rekordchampion - wie auch der zweimalige Titelgewinner Dimitrij Ovtcharov - beinahe schon naturgemäß zum engsten Kreis der Titelanwärter.

Für sich selbst ist Boll beim ersten ernsthaften Turnier seit Ausbruch der Corona-Pandemie vor über 15 Monaten aber wieder einmal zunächst eine Wundertüte. Nach neuerlichen Rückenproblemen durch eine Nervenentzündung, die erst seit wenigen Wochen auskuriert ist, rätselt der auch im Doppel mit Patrick Franziska favorisierte Weltranglisten-Elfte noch etwas über seine derzeitige Wettkampfhärte: "Es lässt sich schwer sagen, ob bei der EM wieder Titel möglich sind. Ich konnte in den letzten zwei Monaten im Training aber wieder richtig gut Gas geben. Auf jeden Fall versuche ich, alles herauszuholen."

Quelle: ntv.de, sue/sid

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