Sport

"Unglaublich viel Motivation" Zehnkampf-König Kaul plant Schlaf-Marathon

cfc0ca5a9c6f336b9b1bfa50c47332d8.jpg

Am Flughafen Frankfurt wird Kaul begeistert empfangen.

(Foto: dpa)

Sensations-Weltmeister Niklas Kaul ist zurück in Deutschland. Am Flughafen Frankfurt wird der 21-Jährige begeistert empfangen. Während er schon an die Olympischen Spiele im kommenden Jahr denkt, hat er aber vor allem einen ganz dringenden, kurzfristigen Wunsch: schlafen.

Ein dicker Schmatzer von Freundin Mareike, eine kräftige Umarmung von Oma und Opa - und zum Abschluss ein Selfie-Marathon für den König der Athleten: Die Rückkehr nach Deutschland hätte für Zehnkampf-Weltmeister Niklas Kaul am Frankfurter Flughafen kaum schöner sein können. Umrahmt von seiner Familie und zahlreichen Kamerateams sehnte sich der 21-Jährige allerdings nur noch nach Ruhe.

"Ich habe die letzten zwei Nächte jeweils eineinhalb Stunden geschlafen. Wenn das Adrenalin jetzt langsam runter geht, dann werde ich wohl einfach mal zwei Tage durchschlafen müssen", sagte Kaul. Viel Zeit zum Durchschnaufen bleibt dem nach seiner sensationellen Aufholjagd in Doha jüngsten Zehnkampf-Weltmeister der Geschichte allerdings nicht. Ab nächster Woche ruft den Lehramtsstudent der Unialltag, auch das Wintertraining ist nicht mehr fern. Denn 2020 winkt das große Ziel Olympia in Tokio: "Druck spüre ich durch meinen Titel im Hinblick auf Olympia nicht. Vielmehr ziehe ich daraus unglaublich viel Motivation für das harte Training der nächsten Wochen und Monate."

Seine Eltern sind seine Trainer

Betreut wird er dabei weiter von Vater Michael und Mutter Stefanie - eine eigentlich ungewollte Kombination: "Wir wollten ihn nie trainieren", erklärte Michael Kaul: "Er kam von sich aus in unsere Trainingsgruppe. Dann konnten wir schlecht sagen, wir trainieren dich nicht. Das hat dann wunderbar funktioniert, sodass wir es bis ins Erwachsenenalter einfach fortgeführt haben. Wir haben ein gemeinsames Hobby. Es ist wunderbar, mit seinem Sohn ein Abenteuer zu leben."

Für das große Ziel Olympia plant der 52-Jährige in der Saisonvorbereitung seines Sohnes keine großen Veränderungen: "Er ist auf einem absoluten Weltklasseniveau, da sollte man nicht so stark an Rädchen schrauben. Wir werden nur Feinheiten anpassen und versuchen peu a peu die Disziplinen zu verbessern. Eine konkrete Punktzahl oder Erfolg ist im Zehnkampf ohnehin nicht planbar."

Oma "ein bisschen beängstigt"

Oma Ella warnt deshalb für die kommenden Jahre auch vor zu großen Erwartungen an ihren Enkel: "Die Erwartungshaltung wird jetzt noch größer als ohnehin. Ich bin ein bisschen beängstigt, weil viele Leute erwarten, dass er jetzt immer gewinnen muss." Doch bis jetzt konnte der als Jahrhunderttalent gehandelte Kaul mit dem großen Druck umgehen. "Wenn ein Zehnkampf ansteht, kann er alles ausblenden", sagte Freundin Mareike Rösing: "Er kann sich unglaublich fokussieren und lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Das ist seine große Stärke."

Quelle: ntv.de, ara/sid

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.